Mecklenburgische Seenplatte von West nach Ost

Ich war noch nie auf einer deutschen Insel. Den total verregneten Junggesellinenabschied einer Freundin auf Norderney mal ausgenommen. Und da ich die Ostsee auch nur aus Polen kenne (und das ist auch schon 20 Jahre her…), haben wir uns Mecklenburg-Vorpommern als Ziel unserer ersten Reise zu Viert ausgesucht. Wohlwissend, dass auf den deutschen Sommer nicht unbedingt Verlass ist, planen wir keinen reinen Strandurlaub, sondern Wanderungen, Spaziergänge, Radtouren und gaaaaaanz viel Familienzeit.

Unsere Tour führt uns von Osnabrück durch die mecklenburgische Seenplatte nach Osten und anschließend von Ost nach West über die Inseln Usedom, Rügen und dem Darß wieder zurück nach Hause. Wie es uns auf unserer Generalprobe für unsere große Reise ergangen ist, könnt ihr im Folgenden hier in gewohnter Tagebuchform nachlesen.

Los geht es mit dem ersten Teil:

Tag 1: Fr. 30.06.17 Osnabrück – Seevetal (233km)

Endlich geht es wieder auf Reisen. Seit unserem Kroatienurlaub sind fast 9 Monate vergangen, wir sind mittlerweile zu Viert und voller Vorfreude auf die nächste Reise. Sven hat nicht viel Urlaub, aber die zur Verfügung stehenden 10 Tage möchten wir voll auskosten. Doch bevor wir durchstarten können, muss Lizzy erst aus dem Winterschlaf geholt und bepackt werden. Für alle die noch nie einen Camper für eine Reise hergerichtet und gepackt haben: Mit zwei zu betreuenden kleinen Kindern ein nicht zu unterschätzendes Unterfangen. Aber um 21.30 Uhr ist Lizzy dann endlich startklar, die Kinder gebadet und satt und es kann losgehen.

Moritz war schon zu Hause eingeschlafen, wir betten ihn nur in den Maxi Cosi um und er schläft ungestört weiter ( Ich kann den Schlafsack von Hoppediz absolut weiterempfehlen, dieser hat einen Schlitz für den Gurt des Kindersitzes und man muss die Kinder nach der Fahrt beim Umbetten nicht mehr umziehen. So ist Moritz beim Umbetten nie aufgewacht).  Emilia ist voll im Reisefieber und noch sehr aufgedreht. Aber nach einer Stunde Fahrt begleitet von der Sendung mit der Maus schläft auch sie ein. Viel länger halten wir nach dem anstrengenden Packtag auch nicht durch und als uns die Müdigkeit überfällt, steuern wir den nächsten Stellplatz an. In Seevetal soll man schön an einer Wassermühle stehen können. Wir finden den beschriebenen Stellplatz zwar nicht auf Anhieb, aber ein Parkplatz am Ende einer Sackgasse reicht uns als Übernachtungsplatz völlig aus. Wir betten die Kinder um und fallen müde ins Bett. Gute Nacht!

Der von uns gesuchte, aber leider nicht gefundene Stellplatz:

Übernachtungsplatz: Seevetal (GPS: N 53° 22′ 7“, O 10° 1′ 29“) (0€)

Tag 2: Sa. 01.07.17 Seevetal – Güstrow (230km)

Das Wichtigste Zuerst: Wir haben alle Vier durchgeschlafen. Trotz heftigem Regen der ununterbrochen auf das Wohnmobildach prasselte. Und Baby und Kleinkind an Bord! Yeah!!!

Nach einer schönen Kuschelstunde im Heckbett starten wir langsam in den Tag. Wir haben keine Eile, da es draußen regnet. Und der Wetterbericht auch keine Regenpause ankündigt. Während ich die Kinder wickle und anziehe, deckt Sven den Frühstückstisch. Und schnell zeigt sich, dass wir es Emilia heute nicht recht machen können. Das von mir ausgesuchte Outfit gefällt ihr nicht, die Frühstücksauswahl entspricht nicht ihren Vorstellungen, die Farbe des Tellers ist nicht die Richtige und als Sven den fatalen Fehler begeht und den Deckel vom Joghurt abzieht, den Emilia doch alleine abziehen wollte, ist kein Halten mehr. Eine halbe Stunde (!!!) brüllt sie durch und ist mit Nichts wieder milde zu stimmen. Durchhaltevermögen hat sie ja, Hut ab. Ich versuche mir einzureden, dass die letzte Reise schon so lange her ist und sie sich an die neue Umgebung erst wieder gewöhnen muss. Aber es macht mich fassungslos, wie eine 2 Jährige zwei Erwachsene auf Trab halten kann. Bei einem von Geschrei und Unzufriedenheit begleiteten Frühstück versuchen wir den Tag zu planen. Aufgrund der schlechten Wetteraussichten beschließen wir, Kilometer zu machen, einen Großeinkauf zu erledigen und als Highlight des Tages eine Therme zu besuchen.

Gesagt, getan. Nach dem Abwasch starten wir durch. Moritz schläft zuverlässig, sobald der Motor angeht und Emilia ist für ihre heutigen Verhältnisse „zufrieden“ mit Peppa Wutz  und Sendung mit der Maus im fünfminütigem Hin-und-Her Wechsel auf dem iPad.

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So kommen wir fast zwei Stunden voran. Als die Kinder langsam unzufrieden werden, steuern wir einen großen Supermarkt an. Hier können wir uns die Beine vertreten und unsere Vorräte wieder auffüllen. Nach einem schnellen Mittagessen treten wir die Weiterreise an und versprechen Emilia ein großes Spaßbad. In Güstrow werden wir fündig und toben uns hier am späten Nachmittag aus.

Wie passend, dass es in Güstrow einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz gibt. Vom Spaßbad sind es nur einige Fahrtminuten und wir haben unseren heutigen Übernachtungsplatz erreicht: Hierbei handelt es sich um einen abgetrennten Bereich auf einem großen Parkplatz. Dieser ist zwar nicht schön, aber zentral gelegen und kostenlos; für unsere Ansprüche also absolut ausreichend.

Ostsee (7 von 233)

Während Sven die Regenpause ausnutzt und einen kurzen Spaziergang mit den Kindern macht, koche ich das Abendessen. Emilias Trotzanfälle ziehen sich leider durch den ganzen Tag und wir atmen tief durch, als sie gegen 20 Uhr endlich schläft.

Übernachtungsplatz: Güstrow (GPS: N 53° 47′ 29“, O 12° 10′ 47“) (0€)

Tag 3: So. 02.07.17 Güstrow – Krakow (20km)

Die Kinder scheinen wirklich müde gewesen zu sein und wecken uns erst gegen 8 Uhr morgens. Bis beide Kinder gewickelt und angezogen sind, Moritz seine Flasche ausgetrunken hat und Sven und ich fertig angezogen sind, vergeht eine weitere gute Stunde. Der morgendliche Alltag bleibt auch im Wohnmobil nicht aus… Heute ist Emilias Laune aber zum Glück schon deutlich besser.

Sven und Emilia besorgen frische Brötchen. Direkt am Parkplatz ist ein Bäcker, der auch sonntags geöffnet hat. Nach dem Frühstück machen wir einen Spaziergang durch Güstrows Altstadt. Besonders herausstechend ist hier das Schloss.

Anschließend fahren wir zum Krakower See. Hier müssen wir zunächst eine Zwangspause einlegen, da es draußen regnet.

Während Sven und Moritz schlafen, malt Emilia ein wenig und ich bearbeite Fotos und lese Reiseführer. Ich fürchte ja immer den Regen beim Campen, aber diese kleine Auszeit tut uns allen gut und als es trocken ist, brechen wir zu einem ausgedehnten Spaziergang am See auf.

Am Seeufer führt ein schöner Weg vorbei an bunten Bootshäusern ins Ortszentrum von Krakow. Inklusive Spielplatz und Café-Besuch ein richtig gelungener Ausflug.

Am Abend sind wir zu faul zum Weiterreisen und übernachten kurzerhand auf dem mittlerweile leeren Wanderparkplatz.

Ostsee (27 von 233)

Übernachtungsplatz: Krakow (GPS: N 53° 39′ 32“, O 12° 16′ 11“) (0€)

Tag 4: So. 03.07.17 Krakow – Basedow – Ivenack – Gravelotte (80km)

Wir haben das schlechte Wetter überstanden. Heute scheint den ganzen Tag die Sonne. Wir setzen unseren Weg Richtung Osten fort. Da es auf unserer Route liegt, halten wir am Schloss Basedow an. Hier machen wir einen kleinen Spaziergang durch den Park.

Emilia lässt das Schloss links liegen und interessiert sich nur für die hiesigen Bauarbeiten.

Ostsee (39 von 233)

Nur schwer lässt sich Emilia vom Bagger trennen, aber irgendwann können wir dann doch unsere Reise fortsetzen.

Den Mittag verbringen wir im Park Ivenacker Eichen. Hier findet man über 1000 Jahre alte Eichen.

Die mächtigste unter ihnen hat einen Stammumfang von 11 Metern und ist 35 Meter hoch. Viel beeindruckender sind für uns allerdings die sonst so scheuen Rehe, die hier frei herum laufen und erstaunlich nah an die Besucher kommen.

Nach dem Ausflug in den Tierpark haben wir genug für den Tag. Die Sonne scheint und wir wollen diese noch ein wenig genießen. Also beschließen wir zum Campingplatz Gravelotte  am Kummerower See zu fahren. Der Campingplatz gefällt uns auf Anhieb. Die Stellplätze sind nicht parzelliert und es ist recht leer.

Ostsee (71 von 233)

Hier machen wir es uns gemütlich.

Ostsee (70 von 233)

Der Platz liegt direkt am Kummerower See, wo man bei Badewetter sicher einen wunderschönen Tag verbringen kann.

Wir halten uns allerdings die meiste Zeit in Moritz Strandmuschel auf und genießen unser Familienglück.

Ostsee (73 von 233)

Wir lassen den Tag mit Spielen, Essen und dem süßen Nichtstun ausklingen, bevor es Morgen weiter nach Usedom geht.

Übernachtungsplatz: Campingplatz Gravelotte (15,70€)

Wie es uns auf den Ostseeinseln Usedom, Rügen und auf dem Darß gefallen hat, erzähle ich euch beim nächsten Mal.

 

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