Fazit: Kroatiens Norden im September 2016

An einer idyllischen Strandbucht die Seele baumeln lassen. Mit dem Gleitschirm über die Plitvicer Seen fliegen. Durch Pulas Altstadt schlendern und die Nacht zum Tag machen. Sich den Bauch mit Ćevapčići, frischem Fisch und Meeresfrüchten vollschlagen. Mit dem Segelschiff von Insel zu Insel hüpfen. An endlosen Küsten entlang spazieren. Durch den Nationalpark wandern und auf Berggipfel steigen. Am Strand campen und von Möwen geweckt werden – Reiseführer versprechen, dass Kroatien jeden Urlaubstypen glücklich zu machen vermag.

Wir als Familie mit kleinem Kind haben unsere Priorität auf schöne Strandbuchten, ein bisschen Stadtleben und viel Natur gelegt. In diesem Blogartikel möchte ich mit Euch unsere Route sowie unsere Erfahrungen teilen. Für weitere Details habe ich euch die Reiseberichte der einzelnen Etappen verlinkt.

 
Die Fakten:
  • Reisezeit: September 2016
  • Dauer: 17 Tage
  • gefahrene Kilometer: 3.138 km
Unsere Route:

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Für die Anreise aus Osnabrück wählten wir die klassische Route über Würzburg-Rosenheim-Salzburg-Villach-Ljubljana-Koper.

Wir umfuhren die die Küste Istriens, setzten dann auf die Inseln Cres und Krk über, fuhren ein wenig entlang der Adria magistrale und krönten unsere Reise mit einem Besuch der Plitvicer Seen. Die Route war toll und für die Reisedauer angemessen, nichts desto trotz träumen wir noch von einem zweiten Kroatienurlaub, bei dem wir es weiter in den Süden nach Montenegro und Dubrovnik schaffen. Dafür bräuchen wir aber mehr Zeit (bzw. größere Kinder)

Unverzichtbare Reisebegleiter:

1.) REISEFÜHRER

Zunächst möchte ich hier unseren Reiseführer nennen:

Dies ist nun unsere dritte Reise mit dem Reiseführer aus dem Womo-Verlag und wir sind nach wie vor begeistert. Negativ anzumerken ist, dass der Reiseführer nur was taugt, wenn man sich an die vorgeschlagene Route hält. Aber insbesondere bei der Suche nach Stellplätzen in freier Natur ist der Reiseführer für uns unverzichtbar. Oder bei der Suche nach zentralen Parkplätzen für Sightseeingtouren in größeren Städten – im Womoführer sind wir bis jetzt immer fündig geworden.

2.) ASCI CAMPINGCARD

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Wir waren bis dato keine Besitzer der ASCI Camping Card – leider. In Kroatien hätten wir damit eine Menge Geld sparen können. Fast alle von uns angefahrenen Campingplätze hätten sie akzeptiert. Und schon ab der 2. Übernachtung auf einem Campingplatz hätte sich die Anschaffung gelohnt. Seid schlauer als wir und nehmt diese Karte auf eure Kroatien Reise mit (Achtung: Ermäßigungen gibt es nur in der Nebensaison)

3.) STRANDMATTEN, BADESCHUHE UND SCHNORCHEL

Die Adria ist reich an wunderschönen Stränden – die meisten sind allerdings steinig oder kieselig. Damit ihr trotzdem entspannt am Strand abhängen könnt, empfehlen wir die Mitnahme von gepolsterten Strandmatten und Badeschuhen. Und wenn ihr an der Unterwasserwelt interessiert seid, dann packt unbedingt auch eure Schnorchel ein – es lohnt sich. Um die gesamte Strandausrüstung inklusive Kind dann auch zum Strand zu bekommen, wäre ein geländetauglicher Bollerwagen ein Traum – der Kinderwagen tut es aber auch.

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Wie hat es uns gefallen?

Kroatien ist definitiv eine bzw. mehrere Reisen wert. Wir haben nur einen kleinen Bruchteil der kroatischen Küste bereist und unsere Erfahrungen reichen nur für einen ersten Eindruck. Nichts desto trotz wagen wir es, uns ein Urteil zu bilden und euch davon zu berichten.

Was als erstes auffällt, ist das in Kroatien sehr viele Menschen sehr gut deutsch sprechen. Dies mag das Reisen ungemein vereinfachen, beweist aber auch, wie touristisch und auf uns Deutsche eingestellt die kroatische Küste ist.

Die kroatische Küche ist sehr reich an Fisch und Meeresfrüchten, aber auch Fleischesser kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Insgesamt ähnelt die kroatische Küche stark der griechischen Küche. Das Preisniveau für Lebensmittel und Getränke ist ähnlich dem in Deutschland, wobei auswärts essen tendenziell etwas günstiger ist als in Deutschland.

Was das Campen angeht, gibt es aus unserer Sicht definitiv attraktivere Reiseländer.  Denn das Wildcampen ist in Kroatien bekanntlich verboten. Campingplatzliebhaber kommen hier definitiv auf ihre Kosten, es gibt wunderschöne Campingplätze in allen Preiskategorien, wobei die Preise den Preisen in Frankreich und Italien ähneln. Für eine Übernachtung muss man je nach Standard und Lage in etwa 30€ einplanen (wohlgemerkt in der Nebensaison!). Die von uns besuchten Campingplätze waren alle sauber und gepflegt und das Personal sehr freundlich. Wohnmobilstellplätze wie wir sie aus Deutschland, Spanien oder Frankreich kennen, findet man sehr selten. Dennoch haben wir den ein oder anderen tollen Übernachtungsplatz gefunden.

Obwohl uns solche naturnahen Übernachtungsplätze die liebsten sind, haben Campingplätze einen einzigen, entscheidenden Vorteil: Spielplätze!

 

Es ist leider nicht von der Hand zu weisen, dass eine Zweijährige mit einem Spielplatz wahnsinnig glücklich gemacht werden kann. Und die Spielplätze auf den Campingplätzen sind zum Teil paradiesisch aus Sicht einer Zweijährigen. Von großen hölzernen Piratenbooten über riesige Hüpfburgen bis hin zu Wasserrutschen und Kinderpools – alle Campingplätze sind familienfreundlich und bieten ein tolles Angebot zum Austoben.

Damit komme ich auch schon auf das wichtigste Kriterium zu sprechen: Wie gut eignet sich Kroatien für eine Reise mit Kleinkind? Aus unserer Sicht leider nur mittelmäßig. Wir hatten ohne Frage einen schönen Urlaub und eine tolle Zeit zu Dritt. Uns fehlte es aber an Unternehmungsmöglichkeiten. Die Kieselstrände sind für Kleinkinder wie Emilia kaum interessant, nachdem sie ein paar Steinchen gesammelt hat, hat sie sich gelangweilt. Die Adria war unserer Madame zu kalt, so dass im oder am Wasser spielen nicht von Interesse waren (und das obwohl Emilia eigentlich eine absolute Badenixe ist). So mussten wir sie am Strand immer bei Laune halten – was zum Glück Dank vieler Spielplätze und Eisverkäufer nicht so schwierig war.

Da es an Radwegen mangelt, kamen unsere mitgeschleppten Fahrräder kein einziges Mal zum Einsatz. Das Fahren entlang der viel befahrenen Hauptstraßen war uns schlichtweg zu gefährlich.

Folglich ist Kroatien für uns ein wunderschönes Reiseziel, was aber erst mit größeren Kindern wieder interessant wird. Wenn Aktivitäten wie paddeln, schnorcheln und schwimmen angesagter sind als Sandburgen bauen und Sandkuchen backen, kommen wir mit Sicherheit nochmal wieder und bereisen Kroatiens Süden.

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