Inselhopping in Kroatien: Cres, Lošinj und Krk

Lange musstet ihr auf die Fortsetzung warten. Der Alltag mit Vollzeitjob, Kleinkind, voranschreitender Schwangerschaft und Haushalt nimmt mich leider sehr in Beschlag. Aber heute geht es hier endlich weiter. Lest im Folgenden, welche der kroatischen Inseln wir besucht haben und wie es uns dort gefallen hat.

Tag 7: Mi. 21.09.2016: Sveta Marina- Labin – Valun (76km)

Nach vier ereignisreichen und schönen Tagen in Istrien steuern wir am Mittwoch Nachmittag mit der Fähre die Insel Cres an. Von Labin fahren wir nach Brestova, wo die Fähre nach Cres ablegt. Während Sven das Wohnmobil über die dutzenden Kurven der hoch über dem Meeresspiegel verlaufenenden Straße manövriert, verlese ich einige Eckdaten über unser nächstes Ziel: Cres ist 66km lang und zwischen 2 und 12km breit. Mit 407km² ist es nach Krk die zweitgrößte Insel Kroatiens. Nur etwa 3200 Menschen leben auf der Insel, der Großteil davon in der gleichnamigen Hauptstadt Cres. Und während ich so vorlese, verpassen wir die Abfahrt von der Küstenstraße zum Fährhafen. Das Drehen auf der kurvigen, engen Küstenstraße ist ein kleines Abenteuer, welches Sven jedoch mit Bravour meistert. Schon bald verlassen wir die Küstenstraße und rollen im ersten Gang einen Berg mit 20% Gefälle hinunter bis wir vor einem Kassenhäusschen halten und das Ticket für die Überfahrt kaufen.

Die Überfahrt dauert zwanzig Minuten und kostet uns 37,20€ (2 Erwachsene, ein Wohnmobil bis 7m, Nebensaison).

Die Fähre legt in Porozina an, von wo aus wir direkt auf den „Inselhighway“ rollen. Auf Cres gibt es nämlich nur eine Hauptverkehrsstraße, die den gesamten Verkehr regelt.

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Wir folgen einer Karavane von Wohnmobilen und sind sofort total beeindruckt von der Landschaft Cres.Die kleinen Hügel links und rechts der Straße sind bedeckt mit grauen Felsen, die einen unglaublichen Kontrast zu den grünen Büschen und Bäumen bilden. Überall weiden Schafe in der Sonne. Und die strahlende Sonne tut ihr Übriges.

Wir passieren die Hauptstadt Cres und steuern das Fischerdörfchen Valun an. Der historische Ortskern ist verkehrsfrei, vor dem Ort ist ein großer Parkplatz, auf dem man sein Fahrzeug abstellen kann. Ein junger Mann kassiert eine Tagesparkgebühr in Höhe von ein paar Euro. Wir machen uns auf den Weg ins Dorf. Da Emilia unbedingt ihr Fahrrad mitnehmen möchte, es aber vom Parkplatz zur Ortschaft sehr steil runter geht, bindet Sven das Fahrrad an ein Band – so kann sie zumindest nicht weit weg rollen.

Der Ort liegt wirklich malerisch an einer kleinen Bucht und wir genießen die Aussicht und die Ruhe sehr. Mittelpunkt des Ortes ist eine kleine Kirche, von der ein paar Gassen abgehen, am Wasser befinden sich einige urige Restaurants mit Blick auf die Fischerboote und überall riecht es nach Abendessen. Wir bekommen Hunger, Emilia wird zudem noch müde, also machen wir uns schnell auf den Weg zum Wohnmobil. Nach dem Essen sind wir zu müde um uns noch auf Stellplatzsuche zu begeben. Der Parkplatz ist zwar keine Schönheit, aber nun total leer, also beschließen wir, hier zu übernachten.

Übernachtungsplatz: Valun (GPS: N 44° 54′ 16“, O 14° 21′ 31“) (0€)

Tag 8: Do, 22.09.2016: Valun – Mali Lošinj (53km)

Morgens sind wir früh wach und machen uns zügig auf den Weg. Am Vorabend haben wir uns den Campingplatz Camping Poljana als Ziel ausgesucht. Die Idee, schnell weg vom unschönen Parkplatz auf den Campingplatz zu fahren, um dort in der Sonne vor dem Wohnmobil zu frühstücken, war nur in der Theorie gut. Denn mit knurrendem Magen und ohne Kaffee ist meine Laune unerträglich und ich bringe Sven an den Rand des Wahnsinns. In der Regel überlässt Sven mir die Wahl des Stellplatzes auf einem Campingplatz, da ich hier viel kritischer bin als er (Meerblick, Spielplatz in der Nähe, nicht zu nah und nicht zu weit weg von den sanitären Einrichtungen, so versteckt wie möglich vor Spaziergängern, idealerweise ohne direkte Nachbarn, falls dies nicht möglich mit Nachbarn, die einen freundlichen Eidruck machen…; um nur ein paar meiner Kriterien zu nennen) Heute, wie gesagt VOR dem Frühstück, bin ich mit der Stellplatzwahl überfordert. Und so parkt der von meiner Laune genervte Sven das Wohnmobil unmittelbar vor dem riesigen Spielplatz.

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Nun ist an ein gemeinsames Familienfrühstück in der Sonne gar nicht mehr zu denken. Emilia ist von dem Spieleparadies gar nicht weg zu kriegen, sobald auch nur einer von uns sich Richtung Wohnmobil bewegt, tobt sie und besteht darauf, dass wir auf dem Spielplatz bleiben. Während Sven also mit Emilia auf dem Spielplatz bleibt, schleiche ich mich davon und koche Kaffee, schmiere Brötchen für alle und wir frühstücken notdürftig auf dem Spielplatz… Bei unserem anschließenden Rundgang über den Campingplatz entdecken wir so tolle Stellplätze mit Meerblick. Der Campingplatz ist nämlich terassenförmig um die tolle Badebucht angelegt. Wir überlegen nochmal umzuparken, aber sind dann doch zu faul. Schließlich bleiben wir vorraussichtlich nur eine Nacht.

Und da ich euch schon bereitwillig an meiner miesen Laune teilhaben lasse, möchte ich euch noch eine lustige Anekdote auf meine Kosten nicht vorenthalten: Ich lese im Campingplatzflyer, dass man sich hier Boote leihen kann und mit dem Boot tolle Ausflüge machen kann. Der ausgewiesene Preis im Flyer erscheint mir mit 5€ zwar extrem niedrig, aber in Thailand konnte man sich schließlich zu dem Preis auch Roller ausleihen, also wer weiß!? Mir schwebt ein phantastischer Bootsausflug vor, ich habe die Picknicktasche in Gedanken quasi schon gepackt und als ich mich dann an der Rezeption nach den Details erkundige, erfahre ich, dass ich nur den Preis für eine Boje rausgesucht habe, an der ich mein eigenes Boot befestigen könnte. Das Mieten eines Bootes kostet 200€ und erfordert einen Führerschein. Ups! Also nix mit Bootsausflug und wir legen einen Tag am Strand ein.

Das Wasser ist so schön und man kann entlang der Felsen wunderbar schnorcheln. Sven und ich sind abwechselnd stets im Wasser. Mittags hält Emilia einen langen Mittagsschlaf im Kinderwagen und wir haben einen richtig schönen Tag am Strand. Ins Wasser wollte Emilia aber mal wieder nicht. Stattdessen planscht sie abends in der Badewanne um so ausgiebiger. Mit Blick auf die auf dem Riesenspielplatz tobenden Kinder scheint es Wellness pur für unsere kleine Weltenbummlerin zu sein.

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Übernachtungsplatz: Camping Poljana (23,30€)

Tag 9: Fr, 23.09.2016: Mali Lošinj – Kurila-Halbinsel (15km)

Nach einem weiteren ausgiebigen Spielplatzbesuch checken wir gegen 10 Uhr morgens wieder aus und fahren die Küstenstraße in den nur wenige Kilometer entfernten Hauptort der Insel Mali Lošinj. Die meisten Parkplätze begrüßen uns mit einem solchen, wohnmobilfeindlichen Schild:

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Aber direkt an der Küstenstraße entdecken wir einen Stellplatz ohne Verbotsschild, dafür aber mit direktem Strandzugang.

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Doch bevor wir uns im Meer abkühlen, möchten wir uns zunächst den Ort anschauen. Eine lange Promenade führt am Yachthafen entlang und lädt mit ausladenden Palmen, dutzenden Cafes und Restaurants sowie kitschigen Verkaufsständen zum entspannten Spazieren an. Am Ende der Saison geht es hier ziemlich ruhig zu und wir lassen uns in ein Restaurant locken. Von hier aus lässt es sich wunderbar Leute beobachten und ein paar Snacks und Drinks zu sich nehmen.

Wir überlegen was wir mit dem Rest des Tages anfangen wollen. Im Wohnmobilreiseführer entdecken wir einen vielversprechenden Stellplatz im Freien und machen uns auf die Suche. Wir verlassen die Küstenstraße in Richtung Flughafen und fahren eine Teerstraße. Von dieser gehen mehrere Wege tiefer in den Wald hinab. Wir folgen auf gut Glück einer dieser Straßen. Als diese immer buckeliger und enger wird, parkt Sven das Wohnmobil und checkt zu Fuß die Lage, während Emilia und ich im Wohnmobil warten. Um uns herum sehe ich bis auf den schmalen Teerweg nur dichtbewachsenen Wald. Laut Landkarte müssten wir umringt vom Meer sein. Aber gibt es auch einen Weg um zum Wasser zu gelangen? Und wie sieht der Strand aus. Ich nippe etwas nervös und skeptisch an meinem Wasser. Es ist schon Nachmittag und jetzt noch nach einem anderen Badeplatz zu suchen, wäre extrem nervig. Vielleicht hätten wir doch an dem Stellplatz in Mali Lošinj bleiben sollen? Der war zwar direkt an der Hauptverkehrsstraße, aber der Strand war nicht schlecht… Emilia scheint meine Anspannung zu spüren und sitzt mir ganz brav gegenüber. Nach 10 Minuten ist Sven freudestrahlend wieder da und verspricht: „Pack die Strandtasche! Du wirst begeistert sein!“

Somit packen wir also unsere Sachen zusammen und machen uns durch den dichten Wald auf den Weg. Ich kann immer wieder nur schwärmen, wie praktisch so ein geländetauglicher Kinderwagen ist…

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Nach ca. fünf Minuten kommen wir an einem malerischen Felsenstrand an, den wir für den Rest des Tages für uns ganz alleine haben.

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Die Aussicht ist wunderschön. Wir lesen, snacken, schnorcheln, baden und haben einen wunderbaren Nachmittag. Beim Schnorcheln sehen wir eine Vielzahl an Fischen und Meeresbewohnern. Mein Highlight ist ein großer Oktupus, den ich minutenlang beobachten konnte.

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Wir genießen die Zeit so sehr, dass wir bis zum Abend am Strand bleiben. Als wir wieder beim Wohnmobil sind, ist es fast dunkel. Wir beschließen hier zu bleiben und die Nacht im Wald zu verbringen… Wir kochen Abendessen und lassen den Abend gemütlich ausklingen. Es geht uns richtig gut und wir sind glücklich.

Übernachtungsplatz: Kurila-Halbinsel (GPS: N 44° 34′ 09“, O 14° 23′ 27“) (0€)

Tag 10: Sa, 24.09.2016: Kurila-Halbinsel – Krk (87km)

Wir sind früh wach und machen uns nach einem schnellen Frühstück auf die Weiterreise. Wir suchen den Weg aus dem dichten Wald zurück auf die Hauptsraße. Ich muss mir unbedingt angewöhnen solche Situationen fotografisch festzuhalten; noch fehlt mir dazu aber die Gelassenheit und meine Gedanken „offroad“ drehen sich eher um „Hoffentlich geht das gut!“ als um das Fotografieren. Aber auch dieses Mal fährt Lizzy sich nicht fest und wir sind schnell wieder auf dem „Inselhighway“. Zum ersten Mal fahren wir ihn nun in umgekehrter Richtung und passieren so all die von uns besuchten Orte ein zweites Mal. Schon bald ist auch der Weg zur Fähre auf die Insel Krk ausgeschildert und wir erreichen den Hafen von Merag. Wieder bezahlen wir knappe 40€ und schon kurze Zeit später legt die Fähre ab. Emilia ist eingeschlafen und so bleiben wir dieses Mal im Wohnmobil sitzen und machen es uns mit Kaltgetränken und Snacks gemütlich.

Eine halbe Stunde später erreichen wir Valbiska, von wo es nur noch ein paar Minuten bis zum Campingplatz Jezevac sind. Dieser Campinglatz gefällt uns besonders gut. Insbesondere die Lage zeichnet ihn aus -nur wenige Gehminuten von der Altstadt Krk entfernt und ebenfalls direkt am Meer gelegen. Wir suchen uns einen Stellplatz aus und kommen erstmal in Ruhe an. Hier lässt es sich wunderbar zur Ruhe kommen.

Wir genießen das Hier und Jetzt und das schöne Nichtstun. Lediglich das riesige Holzschiff auf dem Spielplatz stresst uns ein bisschen, weil Emilia hier nicht wegzukriegen ist. Aber am Nachmittag können wir sie dann doch zu einem Spaziergang durch die Altstadt überreden (ich gebe zu, das einzig ziehende Argument ist ein Eis; mir graut es schon vor dem Tag an dem sie durchschaut, dass man Eis auch am Campingplatz kaufen kann…)

Der Weg führt am Ufer entlang und bietet schöne Blicke über den Hafen und die Stadt. Wir schlednern durch die schattigen Altstadtgassen und genießen das touristische Treiben. Emilia bekommt ihr Eis und mir gelüstet es nach einem Glas Weißwein. Dieser Lust kann ich schwangerschaftsbedingt leider nicht nachgehen und gebe mich mit einem kalten alkoholfreien Radler zufrieden.

Auf dem Rückweg kaufen wir noch Gemüse und Obst sowie frisches Baguette und lassen den schönen Tag auf dem Campingplatz bei Salat mit Käse und Nektarinen, meiner neuen Lieblingskreation, ausklingen.

Übernachtungsplatz: Campingplatz Jezevac (31€)

Tag 11: So, 25.09.2016: Krk – Omisalj (24km)

Heute ist „Arbeitsteilung“ angesagt. Während Emilia und ich nach dem Frühstück nochmal zum Strand gehen und das wunderschöne Wetter genießen, genießt Sven die Ruhe am Wohnmobil. Er macht den Abwasch, verstaut all unsere Sachen, kümmert sich um die Ver- und Entsorgung und hat sogar noch Zeit für ein Schläfchen, bevor wir um 11 Uhr den Campingplatz verlassen müssen.

Wir fahren in den Ort Omisalj. Hier soll es einen schönen Strand geben, den wir uns ansehen möchten. Und in der Tat, diese wunderschöne Bucht haben wir fast den ganzen Mittag und Nachmittag für uns alleine.

Direkt neben der Bucht ist ein kleiner Hafen, der etliche Parkmöglichkeiten bietet. In der Nebensaison ist das Parken, auch über Nacht, kostenlos. Da wir nach diesem langen Strandtag keine Lust mehr auf Stellplatzsuche haben, bleiben wir einfach dort. Lediglich unsere Vorräte machen uns etwas Sorgen – wir haben kein Trinkwasser mehr und unser Gas ist aufgebraucht. Das Wasser kaufen wir für sehr teures Geld (ca. 5€ pro Liter) im Strandrestaurant, um das Gas müssen wir uns dann Morgen kümmern…

Übernachtungsplatz: Omisalj (GPS: N 45° 12′ 28“, O 14° 33′ 08“) (0€)

Tag 12: Mo, 26.09.2016: Omisalj – Senj (52km)

Nach dem Aufstehen und Duschen steuern wir direkt den nächsten Konzum-Supermarkt an. Hier stocken wir erstmal unsere Lebensmittelvorräte auf. Mit einem prall gefüllten Einkaufswagen zurück am Wohnmobil, werden die Einkäufe verstaut und der Frühstückstisch gedeckt. Heute frühstücken wir auf dem Supermarktparkplatz… Währenddessen recherschieren wir im Internet, wo wir Gas herbekommen können. Zu unserem Erschrecken gestaltet es sich schwieriger als erwartet, in Kroatien deutsche Gasflaschen umzutauschen. Um die vorhandene Gasflasche aufzufüllen, bräuchte man einen Adapter aus Deutschland. Ich sehe mich schon den Rest der Woche nur nach Salat essen und überlege, wie ich mein Wasser für den Kaffee heiß bekomme. Sven entdeckt auf dem Parkplatz ein Rentnerpaar mit einem deutschen Firmenfahrzeug eines Gas- Wasserinstallateurs und spricht das Paar kurzerhand an. Wenn die Lage nicht so ernst wäre, würde ich ihn auslachen. Als könnte uns das Rentnerpaar weiterhelfen. Die sind doch selbst hier im Urlaub und werden wohl kaum Gasflaschen in ihrem Reisegepäck haben. Aber siehe da- sie sind ortskundig und können uns eine Gasstation nur ein paar Kilometer entfernt empfehlen. Unsere Rettung.

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Hier wird unsere leere Gasflasche trotz der Horrormeldungen im Internet ganz unkompliziert gewechselt. Ob wir einfach nur Glück hatten oder ob dies überall in Kroatien so klappt? Wir wissen es nicht.

Nachdem wir nun sämtliche Vorräte aufgefüllt haben, verlassen wir über die  1300m lange Krk-brücke die Insel und steuern nun wieder kroatisches Festland an.

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Wir hatten eine sehr schöne Zeit auf den Inseln. Das Wetter hätte besser nicht sein können und wir haben insbesondere die wunderschönen Strände und die unglaubliche Landschaft sehr genossen. Wir sind uns sicher, dass wir nochmal wiederkommen werden.

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