die Küste Istriens

Tag 3: Sa. 17.09.2016: Postojna – Novigrad (90km)

Der Tag auf der slowenischen Raststätte startet ganz entspannt. Während Sven und Emilia aus dem Fenster einen Streit zwischen einem Polizisten und einem LKW-Fahrer beobachten, decke ich den Frühstückstisch. Der Streit draußen zieht sich über unser Frühstück und Sven und Emilia, obwohl sie kein Wort verstehen, sind wie gefesselt von dem Geschehen. Ich begnüge mich in der Zeit mit meinem Kaffee und dem Reiseführer. Ein entspannter Start in den Tag.

Gut gestärkt treten wir nun den letzten Teil der Anreise an. Zurück auf der Autobahn kommen wir gut durch, schon bald passieren wir Koper und erreichen die kroatische Grenze. Eine kurze Ausweiskontrolle und dann sind wir da, im Land der Sonne, Sommer, Adria! 🙂

Wir steuern unser erstes Ziel an: Camping Sirena in Novigrad. Lizzy parken wir in perfekter Meer-Lage und Spielplatzblick. Hier erholen wir uns von der langen Anreise und lassen den Urlaub beginnen. Der Campingplatz ist sehr schön, direkt am Wasser gelegen und bietet ausreichend schattige Stellplätze unter dichtem Baumbestand. Auch die sanitären Anlagen sind gepflegt. Wir machen einfach mal nichts, außer das Geschehen um uns herum beobachten, auf dem Spielplatz um die Ecke toben, und ein paar Snacks essen und die Meeresluft genießen.

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Da Meeresluft bekanntlich müde macht, halten wir alle 3 einen ausgedehnten Mittagschlaf.

Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg in die Altstadt Novigrads. Vom Campingplatz läuft man 20 Minuten, die Emilia komplett auf ihrem Puky Wutsch zurücklegt. Die Hafenpromenade lädt zum bummeln ein, wir gönnen uns ein dickes Eis und spazieren durch den schönen Ort.

An einem Gemüsestand möchte ich einkaufen und stelle fest, dass wir ja noch gar keine Kuna haben. Also suchen wir einen Bankautomaten und decken uns zunächst mit frischem Bargeld und anschließend mit frischem Gemüse ein. Bei leckerem Salat und frischem Brot lassen wir den Abend auf dem Campingplatz ausklingen.

Ein perfekter erster Urlaubstag. Lediglich für das erste Bad in der Adria blieb irgendwie keine Zeit. Aber wir haben ja noch 2 Wochen vor uns…

Übernachtungsplatz: Camping Sirena (31,79€)

Tag 4: So. 18.09.2016: Novigrad – Poreč- Limfjord – Fažana (73km)

Emilia scheint langsam in Urlaubsmodus umzuschalten und schläft heute bis halb 8. Das ist ja quasi schon Ausschlafen. Fit und gut gelaunt starten wir in den Tag. Sven und Emilia besorgen frische Brötchen und wir frühstücken ausgiebig vor dem Wohnmobil. Wir überlegen, mit den Fahrrädern nach Poreč zu fahren, verwerfen unsere Pläne aber schnell wieder, da Emilia ihren Mittagsschlaf braucht und wir mit dem Fahrrad den Kinderwagen nicht mitnehmen können. Von Neugier getrieben beschließen wir weiterzureisen. Schnell haben wir alles zusammengepackt und ausgecheckt und steuern Poreč mit dem Wohnmobil an. Wir nutzen den Stellplatztipp von Björn von  transitfrei und parken auf dem Parkplatz „Cantina“ (GPS: N 45°13’36’’ O 13°36’12’’). Von hier aus sind es keine 10 Minuten Fußweg in die Altstadt.

Auf dem Marktplatz findet ein mittelalterliches Fest statt. Emilia ist das laute Treiben nicht ganz geheuer und so ziehen wir schnell weiter. Malerische Gassen, südländische Häusschen in bunten Farben und eine Hafenpromenade, die der Cote d’Azur in Nichts nachsteht. Poreč ist definitiv einen Halt wert. Doch als wir gerade gemütlich an der Hafenpromenade schlendern, zieht von jetzt auf gleich ein unglaubliches Gewitter auf. Binnen ein paar Minuten fängt es an in Strömen zu regnen. Es gießt wirklich wie aus Eimern. Wir suchen uns schnell eine Unterstellmöglichkeit, was bei den Massen an Touristen und den wenigen Möglichkeiten nicht leicht ist. Unter einem Baum stehen wir ein paar Minuten, doch wirklich trocken bleiben wir nicht und Emilia, die die Situation nicht begreift, brüllt wie um ihr Leben. Wir sind überfordert mit der Situation, wissen nicht was wir tun sollen, haben weder Schirm noch Regenverdeck für den Kinderwagen dabei. Nach ein paar Minuten und keinerlei Besserung der Situation treffe ich die Entscheidung: wir rennen zum Wohnmobil. Wobei man das was wir da tun, nicht wirklich als Rennen bezeichnen kann. Ich, ohne Sven absolut orientierungslos, in Flip Flops auf klitschnassen Wegen, schwanger, gebe das „Tempo“ vor, während Sven die brüllende Emilia im Kinderwagen schiebt. Klitschnass kommen wir am Wohnmobil an. Schnell haben wir uns umgezogen und einen heißen Tee gekocht. Aber wohin mit dem klitschnassen Kinderwagen? Wir versuchen ihn so gut wie möglich abzutrocknen, aber bis der Stoff trocken ist, wird es noch eine Weile dauern. Zum Glück ist Emilia wieder bestens gelaunt und ihre gute Laune schwappt ganz schnell auf uns über.

Wir lassen Poreč hinter uns und setzen unsere Reise weiter Richtung Süden fort. An einem Aussichtspunkt am Limfjord halten wir an. Ja, ihr lest richtig, auch Kroatien hat einen Fjord.

Leider regnet es in einer Tour weiter. Nichts mit Sommer, Sonne, Adria. Frustriert kochen wir Mittagessen und legen uns mit Emilia zum Mittagschlaf hin.

Am Nachmittag reisen wir weiter nach Fažana. Hier finden wir einen einsamen Stellplatz in einem weitläufigen Waldgelände. Der Wald grenzt direkt an den schönen Strand. Nur leider ist noch immer kein Strandwetter in Sicht.

Wir machen einen Spaziergang in die Altstadt. Der Weg führt wunderschön über eine kleine Promenade am Wasser entlang. Der kleine Ort ist ganz im Stile der kroatischen Adria. Es ist allerdings (wetterbedingt?) nicht viel los im Ort. Emilia legt die gesamte Strecke Hin und Zurück mit ihrem „Fahrrad“ zurück. Und das sind in Summe bestimmt 4km. Wenn sie sich da kein Eis verdient hat…

Den Abend lassen wir im Wohnmobil ausklingen. Emilia schläft schnell ein und Sven und ich spielen noch ein paar Runden Rummikub. Ich frage Sven ob er Angst hat – so ganz einsam im Wald in einem fremden Land. „Nein, und du?“ antwortet er. „Wenn du die Situation nicht angsteinflößend findest, habe ich auch keine Angst.“ antworte ich. Und es stimmt: Ich vertraue in dieser Hinsicht absolut Svens Urteilsvermögen. Glücklich legen wir uns ins Bett. Auch wenn das Wetter heute nicht mitgespielt hat – wir haben viel erlebt und das Beste aus dem Tag gemacht.

Übernachtungsplatz: Fažana Wäldchen (GPS: N 44°55’13’’ O 13°48’15’’) (0€)

Tag 5: Mo. 19.09.2016: Fažana – Pula – Šišan (25km)

Heute steht Sightseeing auf dem Programm. Wir möchten uns Pula anschauen. Der einzige Stellplatz für Wohnmobile, den wir finden, liegt unmittelbar vor der Arena. Wir programmieren den Stellplatz in unser Navi ein und machen uns auf den Weg. Doch leider haben wir kein Glück. Die für Wohnmobile ausgewiesenen Parkplätze sind schon belegt. Wir parken auf einem anderen Parkplatz und werden direkt von einer freundlichen, aber bestimmten Dame des Platzes verwiesen. Wir fahren ein wenig ziellos auf dem Stadtring umher bis Sven der Beschilderung zum „Konzum“, einer großen kroatischen Supermarktkette folgt. Hier parkt er und möchte in die Stadt hinein laufen. Für mein Empfinden ist es zu weit und außerdem führt der Weg an einer Hauptstraße teilweise ohne Bürgersteig entlang, was ich für zu gefährlich halte. Es folgt ein kurzer Streit und die Stimmung scheint zum ersten Mal zu kippen. Ich möchte nochmal in die Stadt hinein fahren und nach einem anderen Parkplatz suchen, Sven hat keinen Nerv auf zielloses Rumgefahre im Stadtverkehr. Fast hätten wir unseren Pulabesuch gestrichen, bis Sven den Kinderwagen aufbaut und sagt, dass wir nun in die Stadt gehen. Ich entdecke eine Bushaltestelle und halte das für DIE Lösung unseres Problems, aber Svens Ehrgeiz ist gepackt und er möchte mir beweisen, dass der Weg nicht weit ist und er auch einen Weg abseits der Hauptverkehrsstraße findet. Wir laufen durch einige Wohnsiedlungen und die Stimmung wird von Schritt zu Schritt besser und als wir etwa 20 Minuten später den Triumphbogen, das Tor zu Pulas Altstadt erreichen, ist Alles wieder im Lot.

Pula ist mit fast 60.ooo Einwohnern die größte Stadt Istriens. Hier herrscht buntes Treiben und typisches Großstadtflair. In der großen Altstadt gibt es viele Gassen voll mit Restaurants, Bars, Geschäften und einer Menge Sehenswürdigkeiten. Wir lassen uns treiben und genießen die Atmosphäre. Wir schließen unseren Rundgang mit der Besichtigung der römischen Arena ab. An einer Bäckerei kaufen wir unterschiedliche Teilchen, die wir anschließend im Wohnmobil genießen. Noch ein kurzer Besuch im „Konzum“ und dann verlassen wir Pula auch schon wieder.

Da das Wetter heute endlich richtig schön ist, möchten wir zum Strand. Und wir finden ganz in der Nähe von Pula einen Stellplatz wie wir uns ihn nicht hätten schöner erträumen können. Wir verlassen Pula in Richtung Šišan und folgen dem Weg immer weiter Richtung Meer. Und was wir vorhinden, übertrifft bei weitem unsere Erwartungen.

Genauso lieben wir es. Mitten in der Natur, man kann quasi aus dem Womo ins Meer springen, ein einsamer Ort, eine schöne Aussicht wohin man sieht… Herrlich. Hier verbringen wir einen wunderschönen Nachmittag und einen romantischen Abend.

Übernachtungsplatz: Šišan (GPS: N 44° 51′ 5“, O 13° 58′ 52“) (0€)

Tag 6: Di. 20.09.2016: Šišan – Sveta Marina (55km)

Heute führt uns unser Weg wieder Richtung Norden. In Pula hatten wir unseren südlichsten Punkt Istriens erreicht und arbeiten uns nun an der Ostküste wieder die Halbinsel hoch. Wir steuern den Campingplatz Camping Marina in der Nähe von Labin an. Und der Campingplatz ist richtig schön. Er liegt traumhaft am Meer, es gibt eine tolle Sonnenterasse mit Pool, einen großen Kinderspielplatz und wunderschöne Badebuchten. Auch ist er die perfekte Ausgangsstation für Taucher, mit Tauchmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe.

Unser Plan war eigentlich diesen Campingplatz als Startpunkt für die Besichtigung des Bergdörfchens Labin zu nutzen. Endlich sollen die von uns mitgenommenen Räder zum Einsatz kommen. Allerdings merken wir schon bei der Anreise, dass das nichts wird. Die Straßen sind viel zu steil, kurvig und eng. Es wäre lebensgefährlich. Macht aber nichts, Labin ist Morgen auch noch da und so legen wir einen Ruhetag auf dem schönen Campingplatz ein.Vormittags ist das Wetter gut, so dass wir am Kinderpool baden. Besser gesagt: Sven und ich baden im Kinderpool, der feinen Dame ist das Wasser nämlich zu kalt. Sie zieht die Rutsche an Land der Wasserrutsche vor. Nach Emilias Mittagschlaf legen wir uns an den Strand. Und Sven stürzt sich direkt samt Schnorchel ins Wasser. Emiia möchte auch hier nicht einmal den Zeh ins Wasser halten, die kleine Frostbeule. Sie begnügt sich stattdessen mit dem Sammeln von Kieselsteinen. Aber wehe, ein Stein landet aus Versehen in ihrem Schläppchen, dann ist das Geschrei groß.

Leider ziehen schon nach kurzer Zeit Wolken auf. Wir gehen zurück zum Wohnmobil und schon bald regnet es immer mal wieder. Trotzdem tut es unglaublich gut mal Nichts zu tun und einfach nur rumzuhängen. Und mit ausgezogener Markise sitzen wir auch draußen im Trockenen.

Übernachtungsplatz: Campingplatz Camping Marina (29€)

Tag 7: Mi. 21.09.2016: Sveta Marina- Labin – Valun (76km)

Der Tag beginnt wieder ganz gemütlich und entspannt. Nach einem ausgiebigem Frühstück räumen wir unsere Sachen zusammen und reisen weiter. Beim Auschecken sind wir beim Begleichen der Rechnung etwas geschockt – wir haben auf dem Campingplatz eine Maschine Wäsche gewaschen und da es geregnet hat auch im Trockner getrocknet – wofür man uns 15€ berechnet. Das halten wir für Wucher! Naja, nächstes Mal frage ich besser vorher nach dem Preis – und immerhin ist der Schmutzwäschesack wieder leer und wir haben ein paar Tage Ruhe.

Wir fahren nach Labin und besuchen heute das kleine Bergdörfchen. Wir spazieren durch die engen Altstadtgassen. Emilia ist leider nicht gut drauf, sie ist übermüdet und nichts ist ihr Recht. Wir sehnen ihren Mittagschlaf herbei, aber bis sie in den Schlaf findet dauert es heute ungewöhnlich lange. Gestresst vom nörgelnden Kind, habe ich leider den im Reiseführer beschriebenen Charme des Dorfes versäumt. Und kaum Bilder gemacht.

 

Nach unserem Rundgang schläft Emilia und wir haben Zeit für eine entspannten Cafe-Besuch. Hier endet unser Aufenthalt in Istrien. Heute Nachmittag werden wir mit der Fähre auf die Insel Cres übersetzen.

Und so viel sei schon einmal verraten: Ab jetzt warten nur noch hochsommerliche Temperaturen und ein wolkenloser Himmel auf uns…

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