Kroatien: Reiseplanung und Anfahrt

Reiseplanung ohne Planung

Normalerweise stehen unsere Reisepläne schon frühzeitig fest. Ich genieße es über Monate in Reiseführern und diversen Reiseblogs über unser nächstes Reiseziel zu lesen und unsere Tour zu planen, und so die Vorfreude auf den Urlaub ins Unermessliche steigern zu lassen. So auch dieses Jahr: Mein Cousin in Polen schmiedete Hochzeitspläne; eine große Feier, die wir uns keinesfalls entgehen lassen wollten. Und so planten wir um den Hochzeitstermin herum eine 2 wöchige Reise in den Süden Polens. Neben der tollen Familienfeier standen Breslau und Krakau, Wandern im Riesengebirge sowie Wildcampen an der Weichsel auf dem Plan… Doch aus privaten Gründen verschoben mein Cousin und seine Braut ihre Hochzeit kurzfristig um ein Jahr. Und wir standen vor dem großen Luxusproblem, uns ein neues Reiseziel auszusuchen. Denn die Reise nach Polen ist ja nun verschoben.

Wohin soll unsere Reise nun gehen? Nachdem wir dieses Jahr schon in den Bergen waren, zog es uns eher ans Meer. Und da wir auf gutes Wetter hofften, kam, bedingt durch die Reisezeit (Ende September) nur der Süden in Frage. Zufällig las ich zu der Zeit Katjas Reisebericht über die Plitvicer Seen und war total angetan. Da wollte ich auch hin. Also schlug ich Sven Kroatien vor, der nach kurzer Skepsis aufgrund der Entfernung, zustimmte. Da Emilia, wenn man eine Frage nur enthusiasitsch genug formuliert, noch zu Allem „Ja“ sagte, hatten wir auch ihr Einverständnis. Somit hatte der Familienrat entschieden: Wir fahren nach Kroatien.

Wir waren noch nie in Kroatien. Genau genommen waren wir noch nie auf dem Balkan. Und um ehrlich zu sein, waren vor unserer Reise meine Geographiekenntnisse, was das ehemalige Jugoslawien betrifft, nicht besonders gut. Über Kroatien wusste ich lediglich, dass es „gegenüber von Italien“ am Meer liegt und die Hauptstadt Zagreb heißt.Viel Zeit zum Belesen und Planen blieb mir aber nicht. Und so starteten wir für unsere Verhältnisse recht unvorbereitet die Reise in den Süden. Mit im Gepäck aber der Womo-Reiseführer, den wir auf keiner Reise mehr missen möchten.

Mit dem Wohnmobil in Kroatien

Passionierte Freisteher wie wir haben in Kroatien schlechte Karten. Das Wildcampen ist nämlich verboten. Inwieweit dieses Verbot nur das Campen und nicht das Parken betrifft und ob das Verbot in der Nachsaison evtl. etwas lockerer gehandhabt wird, wird uns auch nach stundenlanger Recherche nicht ganz klar. Es gibt viele Quellen, die jeweils etwas Gegenteiliges behaupten. Zwar finden wir in Kroatien den einen oder anderen wunderschönen freien Stellplatz, aber ein ungutes Gefühl, etwas „Verbotenes“ zu tun, lässt uns nicht los. Und so sind wir dieses Mal viel häufiger als für uns üblich auf Campingplätzen – was aber nicht weiter schlimm ist, denn die von uns besuchten Plätze liegen alle traumhaft schön unmittelbar am Meer und bieten Emilia  nach dem eher auf uns Erwachsene ausgerichtetem Sightseeing Programm genügend Raum zum Austoben.

Die Anreise

Auch wenn es viele tolle Wege über die Alpen gibt und ich sehr gern die Aussichten auf der Großglockner Hochalpenstraße genossen hätte: Wir entschieden uns  für die klassische Anreise über Würzburg-Rosenheim-Salzburg-Villach-Ljubljana-Koper. Mit Sicherheit nicht die preiswerteste, aber die schnellste Alternative; und dies war uns dieses Mal einfach wichtig: Anreisezeit minimieren um so viel Zeit wie möglich in Kroatien haben. Für alle, die sich für die Mautgebühren interessieren: Wir haben für An- und Rückreise gute 100€ ausgegeben:

  • 2 * Vignette für Österreich (jeweils 10 Tage gültig): 17,60€
  • Vignette Slowenien (1 Monat gültig): 30€
  • 2 * Tauerntunnel 23 €
  • 2 * Karawankentunnel 14,40€
  • Mautgebühren Kroatien ca. 20€

So, nun geht es aber wirklich los:

Tag 1: Do., 15.09.2016: Osnabrück – Neuburg an der Donau (597km)

Da wir am Freitag beide schon Urlaub haben, kann es am Donnerstag Abend bereits los gehen. Wir hoffen so dem Wochenendverkehr zu umgehen und sind hochmotiviert schnell in den Süden zu kommen. Und da wir die letzten Abende schon fleißig zum Packen genutzt haben,  sind nach Feierabend die allerletzten Dinge schnell verstaut. Vor der Abfahrt melden sich noch unsere knurrenden Mägen, so dass wir noch kurz beim Imbiss um die Ecke anhalten und dann kann die Reise gegen 18.30 Uhr endlich starten.

Die Stimmung ist sehr gut und die Vorfreude aufs Meer riesig… Auf unser Ipad habe ich für Emilia ein paar Folgen Kikaninchen abgespeichert. Ich hoffe, dass dadurch auch Fahrtzeiten außerhalb Emilias Schlafzeiten kein Problem mehr sind. Fürs Erste ging mein Plan auf: Glücklich sitzt sie in ihrem Sitz und schaut ihrem Lieblingshasen bei seinen Abenteuern zu.kroatien-iphone-1-von-23

Irgendwann sind Emilia und ich so müde, dass wir einschlafen. Erst Emilia und nur kurze Zeit später auch ich. Sven, dem ich wiederrum 2 Hörbücher für die Fahrt besorgt habe, ist gut unterhalten und fährt uns bis nach Bayern. Mitten in der Nacht bringt er am kostenlosen Wohnmobilstellplatz an der Schlösslwiese unser fahrbares Ferienhaus zum Stehen.

Übernachtungsplatz: Wohnmobilstellplatz an der Schlösslwiese (GPS: N 48°44’25’’ O 11°10’57’’) (0€)

Tag 2: Fr., 16.09.2016: Neuburg an der Donau – Rosenheim – Postojna (517 km)

Wie gewohnt schlafen wir super im Wohnmobil. Emilia ist morgens allerdings schon um 6 Uhr wach und auch als ich sie aus dem Alkoven in unser Bett runter hole ist an Schlafen nicht zu denken. Für sie hat der Tag begonnen. Sie nimmt an ihrem üblichen Essplatz Platz und ruft „Mama! Papa! Aufstehen! Wurst essen!“ Was soll man da noch erwidern? Widerwillig quälen wir uns aus dem Bett und folgen Emilias Einladung.

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Nach einem ausgiebigen Frühstück, 2 Tassen Kaffee und einer (kalten) Dusche ist es auch „schon“ 7:30 Uhr und Emilia und ich brechen zu einem Spaziergang auf. Sven legt sich nochmal hin. Der Stellplatz liegt sehr schön an der Donau direkt an einer Badestelle. Bis zum Ortskern sind es nur fünf Minuten Fußweg. Allerdings ist der Stellplatz  für unsere Bedürfnisse, auf der Durchreise in den Süden, etwas weit von der Autobahn entfernt (insgesamt etwa 45km Umweg).

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Bei heißem Wetter könnte man hier sicher eine schönen Vormittag am Wasser verbringen, aber dafür ist es heute zu kalt. Emilia und ich machen einen langen Spaziergang entlang der Donau und durch den Ortskern. Auf einem großen Spielplatz tobt Emilia sich aus.

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Gegen Mittag sind wir mit firschen Brezeln wieder am Wohnmobil und wecken Sven. Nach einem kurzen Snack setzen wir die Fahrt Richtung Rosenheim fort. Hier steuern wir ein Industriegebiet an. Da wir ein paar Ladekabel vergessen haben, wollen wir noch in ein Elektrofachgeschäft. Außerdem haben wir keine Warnwesten eingepackt, was wohl in Kroatien Pflicht ist, also suchen wir auch noch einen Baumarkt.

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Und unsere Lebensmittelvorräte wollen wir auch nochmal aufstocken. So kriegen wir den Nachmittag gut in Rosenheim rum. Anschließend kochen wir einen großen Topf Pasta und holen am frühen Abend unsere Kinderkraxe ab, die ich kurzfristig über Ebay Kleinanzeigen ergattert habe. So, nun sind wir aber wirklich voll beladen und startklar für Kroatien.

Schnell sind wir in Österreich und Emilia schläft ein… Es regnet wie aus Eimern und die Sicht ist wirklich schlecht. Aber Sven fährt uns sicher durch die Alpen bis nach Slowenien. An einer Autobahnraststätte etwa 70km vor der kroatischen Grenze hält er an und möchte schlafen. Ich bin etwas skeptisch wegen des Autobahnlärms – aber ich höre nur Regen. Also gut, schlafen wir heute auf einer Raststätte zwischen LKW Fahrern! Immer wieder was Neues… Glücklich, weil uns nur noch eine Stunde von Kroatien trennt, schlafe ich ein. Morgen sind wir am Meer.. Niemals hätte ich damit gerechnet dass wir so schnell verankommen. In Zukunft reisen wir nur noch mit Kikaninchen und Dan Brown

Übernachtungsplatz: Autobahnraststätte an der A1 in Slowenien (0€)

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