Westallgäu, Bodensee und Heimfahrt – Hallo Sommer!!!

Tag 11: Wangen – Scheidegg – Lindenberg (31km)

Die Sonne scheint!!! Wir freuen uns sehr und machen uns nach einem gemütlichen Frühstück auf, um durch Wangen zu spazieren. Laut Reiseführer soll Wangen zu den schönsten Städten des Allgäus gehören. Vom Stellplatz sind es nur wenige Minuten bis zur Altstadt. Los geht’s.

Also, keine Frage, Wangen ist schön. Aber ein wenig enttäuscht bin ich dann doch. Wahrscheinlich liegt es an den zu hohen Erwartungen, die der Reiseführer in mir geweckt hat. Hinzu kommt, dass bei unserem Besuch mehrere Baustellen in der Altstadt sind. Und montags vormittags verhältnismäßig viel Lieferverkehr durch die Fußgängerzone fährt. Ich vermisse Geschäfte und Cafes für junge Leute, beispielsweise habe ich wahnsinnige Lust auf Frozen Yoghurt, aber ich muss mich mit einem Latte Macciatto begnügen. Wie dem auch sei, ich erliege Wangen’s Charme nicht.

Auf dem Rückweg machen wir noch auf einem Spielplatz halt.

Zurück am Stellplatz genießen wir noch ein Mittagessen in der Sonne und setzen anschließend unsere Reise fort.

 

Wir fahren zum Baumwipfelpfad Skywalk nach Scheidegg. Das Stahlkonstrukt wirkt schon von unten sehr beeindruckend.

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Per Treppe oder Aufzug geht es in 40m Höhe.

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Zwischen den Tannenspitzen hat man einen atemberaubenden Blick über das Allgäu, den Bodensee und die Alpen.

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Eine 540m lange Hängebrückenkonstruktion führt mitten durch den Wald. Auch wenn die Brücke gut gesichert ist, ganz wohl ist mir nicht dabei, als Emilia begeistert alle Wege abläuft und die Vogelperspektive genießt.

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Wieder auf dem Boden bleiben wir noch ein wenig auf dem Gelände. Ein schöner Spielplatz, ein Barfußpfad und ein Biergarten laden zum Verweilen ein.

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Anschließend fahren wir noch ein paar Kilometer weiter und parken das Wohnmobil in Lindenberg, wo wir den Abend, den sommerlichen Temperaturen sei Dank, zum ersten Mal in diesem Jahr vor dem Wohnmobil ausklingen lassen können.

Übernachtungsplatz: Lindenberg (GPS: N 47° 36′ 2“ O 09° 52′ 29“)

Tag 12: Scheidegg – Lindau (20km)

Heute wandern wir von Lindenberg zu den Scheidegger Wasserfällen. Wir starten am Waldsee in Lindenberg und kommen am schönen (kostenlosen) Seefreibad vorbei. Wie schade dass wir kein Badewetter haben, der Strand sieht so schön und einladend aus. Beim nächsten Mal.

Der gut ausgeschilderte Weg führt uns abwechselnd über Wiesen und durch den Wald.

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Zwischenzeitlich ist der Weg nur erahnbar.

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Und jede Kuh, die wir passieren muss mit Gras gefüttert werden.

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Da wo es dampft, vermuten wir die Wasserfälle – und wir liegen mit unserer Vermutung richtig.

Nach über 1,5 Stunden Gehzeit erreichen wir den Eingangskiosk der Scheidegger Wasserfälle. Hier wartet ein Wasserspielplatz, ein Streichelzoo, sowie, wer hätte es gedacht, die berühmten Wasserfälle auf uns.

Zunächst müssen wir aber die Ziegen begrüßen.

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Was hat der Sven da nur, was die Ziegen so ausflippen lässt??? 😉

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Nachdem sich Emilia und Sven nur widerwillig aus dem Tiergehege wieder hinaus bewegen, können wir endlich unsere Aufmerksamkeit den Wasserfällen schenken.

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Es gibt einen Weg, der 237 Stufen zu den beiden großen Wasserfällen hinab führt. Den Kinderwagen können wir am Eingangskiosk stehen lassen. Sven trägt Emilia die ganzen Stufen runter und anschließend wieder rauf. Mein Held…

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Unter dem kleinsten Wasserfall führt sogar ein Weg entlang.

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Zurück nach Lindenberg führt uns der Weg unter anderem durch das malerische Bauerndorf Bieslings. Ich kann mich nicht erinnern jemals so ein süßes Dorf gesehen zu haben.

 

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Emilia verschläft den gesamten Rückweg. Wieder am Wohnmobil ist es 16 Uhr. Fast sechs Stunden sind wir gelaufen. Ohne Pause. Da wir das Wandern nicht gewohnt sind, sind Sven und ich ziemlich platt.

Wir packen schnell zusammen und machen uns auf die Suche nach einem Campingplatz – Wir müssen mal wieder Wäsche waschen und Deutschland spielt sein letztes Gruppenspiel.

Wir entscheiden uns für den Gitzenweiler Hof. Parken, Einchecken, Waschmaschine anschmeißen, 3 Mal Duschen im Eiltempo – und um Punkt 18 Uhr sitzen wir beim Italiener und können unsere Mannschaft anfeuern.

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Ok, Emilias Pommes Frites sind wenig italienisch, aber dafür kamen sie blitzschnell auf den Tisch und Emilia war zufrieden. Wir hatten beide eine wirklich leckere Pizza.

Übernachtungsplatz: Campingplatz Gitzenweiler Hof (21€)

Tag 13: Lindau – Konstanz – Rielasingen (87km)

Am nächsten Morgen sehen wir uns erstmal in Ruhe auf dem Campingplatz um. Für Kinder gibt es wirklich eine Menge zu entdecken. Bei Emilia macht selbstverständlich der Streichelzoo das Rennen.

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Der Campingplatz ist sehr schön angelegt.

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Es gibt sogar ein Schwimmbecken und ein Trampolin. Aber Emilia möchte immer wieder nur zurück zu den Ponys und Kaninchen. Gut, dass wir nach dem Frühstück schon wieder weiter wollen, das Tiere gucken könnte sonst noch in Stress ausarten…

Heute fahren nach Konstanz. Um 53 km Landweg zu umgehen, nehmen wir die 4,8 km kurze Abkürzung von Meersburg nach Konstanz über den Bodensee. Zum ersten Mal geht es mit Lizzy auf die Fähre.

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Und schon nach 15 Minuten sind wir in Konstanz. Hier habe ich einen privaten Stellplatztipp von einer lieben Blogleserin erhalten. Leider führt uns das Navi anscheinend von der falschen Seite zu unserer Zieladresse. Nun führt der Weg vorbei an einem Cafe bis zu einem die Weiterfahrt versperrenden Poller. Oh je, mitten in Konstanz Altstadt ein Lizzy-Drehmanöver. Das weckt Erinnerungen an zu enge Dorfstraßen in Nordspanien. Beim Drehversuch entscheidet sich Sven aber spontan um und lenkt das Wohnmobil am Poller vorbei. Das ist wirklich Millimeterarbeit und wir rechnen Beide ununterbrochen damit dass es irgendwo kracht. Mittlerweile haben wir auch schon eine Vielzahl an Zuschauern. Einige davon sind zum Glück behilflich und führen uns durch die viel zu schmale Lücke. Das war mal wieder was…

Leider ist der empfohlene Stellplatz nix für uns, da man hier nur maximal zwei Stunden parken kann. Die Leserin ging wohl davon aus, dass wir nach einem Übernachtungsplatz suchen – denn von 9 bis 19 Uhr ist das Parken wie gesagt zeitlich begrenzt.

Also fahren wir doch den offiziellen „Stellplatz Döbele“ an. Dieser ist sehr laut, sehr voll und sehr schmutzig. Uns ist sofort klar, dass wir hier nicht übernachten werden. Aber Konstanz ansehen möchten wir uns trotzdem. Also Lizzy parken, den Kinderwagen aufbauen, ein paar Snacks zusammensuchen und los geht’s.

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Nach einem Rundgang durch die Innenstadt und ein wenig Shopping gehen wir am Rhein entlang Richtung See.

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Und am See ist es so wunderbar. Das Wetter ist herrlich, alle Welt ist gut gelaunt und wir genießen die Stadt und das Treiben um uns herum.

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Am späten Nachmittag verlassen wir Konstanz wieder. Da es über 30 Grad heiß ist, suchen wir noch nach einer Bademöglichkeit und werden in Rielasingen fündig. Hier finden wir ein wirklich fantastisches Naturfreibad mit angrenzendem Wohnmobilstellplatz.

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Lizzy steht hier leider in der prallen Sonne, aber das Freibad macht den nicht idealen Stellplatz allemal wieder wett. Allein der Kleinkindbereich ist so durchdacht und schön angelegt. Fast komplett im Schatten mit einer Wassertiefe von 30cm kann Emilia hier stundenlang toben.

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Wir genießen die Abkühlung und bleiben bis das Freibad am Abend schließt im Wasser. Was für ein schöner Tag!

Tag 14: Rielasingen – Fellbach bei Stuttgart (170km)

Da der heutige Tag mit 34 Grad der bis dato heißeste Tag des Jahres ist und es uns in dem wirklich unglaublich schönen Naturfreibad so gut gefallen hat, überlegen wir gar nicht lange, was wir am heutigen Tag unternehmen möchten.

Aber den ganzen Tag im Freibad verbringen? Wie machen wir das dann mit Emilias Mittagsschlaf? Ich lese mich ein bisßchen schlau, was es in der Gegend so gibt und finde die Burg Rosenegg inklusive Naturlehrpfad. Rosenegg ist etwa 5km entfernt, der Großteil des Weges führt an dem Fluss Aach entlang. Wir entscheiden uns trotz heißer Temperaturen für die Wanderung.

Bis nach Rosenegg läuft alles nach Plan. Aber in Roesenegg finden wir die Burg leider nicht – der ausgeschilderte Weg ist mit dem Kinderwagen nicht begehbar und die von uns angetesteten Alternativrouten führten alle nicht zum Ziel. Vom Naturlehrpfad hatten wir uns auch mehr versprochen. Außerdem werden wir ziemlich von Mücken zerstochen. Ach, und hatte ich schon erwähnt dass es der heißeste Tag des Jahres war? Einen Sonnenbrand bringe ich mir von der Wanderung auch noch mit (seltsamerweise vergesse ich immer mich einzucremen und für mich was zu trinken einzupacken – wohingegen ich beim ersten Sonnenstrahl sofort daran denke Emilia einzucremen und das Haus niemals ohne Emilias Trinkflasche verlassen würde). Also, sagen wir mal so: Wir hatten durchaus schönere Wanderungen. Zwischendurch saß ich zugegebenermaßen schweißgebadet auf einer schattigen Bank und war überzeugt, dass ich keinen Schritt mehr weiter laufe und wir sofort ein Taxi benötigen -was so mitten im Wald eine selbst für mich unlösbare Aufgabe darstellte.

Aber am Ende haben wir kein Taxi bestellt, sind gute 13km gelaufen, Emilia hat 2 Stunden geschlafen und wir haben uns das Freibad so richtig verdient.

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Am Abend treten wir, gut abgekühlt, so langsam die erste Etappe unseres Heimwegs an. Wir fahren bis nach Stuttgart, wo wir auf dem Wohnmobilstellplatz beim Freizeitbad F.3 in Fellbach übernachten.

Der Platz sagt uns gar nicht zu – es handelt sich um einen riesigen Parkplatz, auf dem ein Bereich für 7 Wohnmobile abgetrennt wurde. Pralle Sonne und Asphalt – so gar nicht unser Geschmack. Abgesehen davon sind alle Plätze belegt. Aber auf dem übrigen Parkgelände ist ausreichend Platz und da wir weder Strom noch Wasser benötigen, reihen wir uns einigen anderen Wohnmobilen ein und parken außerhalb der für Wohnmobile gekennzeichneten Fläche. So bekommen wir wenigstens einen Schattenplatz.

Übernachtungsplatz : Stellplatz am F.3 Freizeitbad (GPS: N 48°48’37’’, O 09°16’08’’) (5€)

Tag 15: Stuttgart – Rüsselsheim (221km)

Was die Lage betrifft, muss ich unseren Stellplatz allerdings loben. Zumindest erfüllt er all unsere Anforderungen: Da wir bei dieser Hitze und mit Kleinkind an Bord am entspanntesten in den Abendstunden fahren, „müssen“ wir den Tag irgendwie rumkriegen. Und der Plan steht schnell: Vormittags Shoppen in Stuttgart, nachmittags Baden im Freibad. Beides lässt sich super vom Stellplatz aus machen. In 200m Entfernung ist eine Haltestelle. Die Stadtbahn bringt uns ohne Umsteigen in Stuttgarts Zentrum.

Da es noch heißer als am Vortag ist, halten wir es nicht lange in der Stadt aus und flüchten recht schnell ins Freibad. Wie praktisch, dass wir direkt davor parken…

Das Freibad ist proppenvoll.

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Kein Vergleich zu dem ruhigen Naturfreibad der letzten beiden Tage. Aber als Abkühlung reicht es Allemal.

Am Abend setzen wir wie geplant die weitere Heimreise fort. Da wir am nächsten Tag mit Svens Cousin in der Nähe von Wiesbaden verabredet sind, übernachten wir in Rüsselsheim.

Übernachtungsplatz : Parkplatz Opel – Zoo Rüsselsheim (N 50°11’08“ O 8°29’09.4″)

Tag 16: Rüsselsheim – Niedernhausen – Eltville am Rhein – Dorsten (334km)

Heute besuchen wir Svens Cousin Michael, sowie seine Frau Hella und den kleinen Max. Nachdem Emilia sämtliches Spielzeug von Max begutachtet hat, machen wir uns auf den Weg nach Eltville am Rhein, wo wir einen netten Nachmittag verbringen.

Am Abend kocht Michael noch eine riesige Portion Spaghetti Bolognese und dann ist es endgültig Zeit den Heimweg anzutreten. Hätten wir geahnt, was da auf uns zukommt, hättem wir die A3 großräumig umfahren. In Köln ist eine Vollsperrung der A3, so dass wir für 10km geschlagene 2 Stunden benötigen.

Nach Mitternacht erreichen wir Dorsten und parken Lizzy in der Wohnsiedlung von meinen Eltern. Wir trinken noch ein Bierchen mit Ihnen – da Emilia seelenruhig im Wohnmobil schläft, besuchen meine Eltern uns und nicht umgekehrt. Mama kann nicht fassen dass wir im Wohnmobil schlafen möchten „Im Haus sind so viele Betten und ihr schlaft im Auto!“ Mama, Lizzy ist nicht nur ein Auto – es ist zu unserem zweiten Zuhause geworden.

Tag 17: Dorsten – Osnabrück (118km)

Nach einem ausgiebigen Frühstück bei meinen Eltern fahren wir nach Hause. Auf dem Heimweg ist es so, wie es immer auf Heimwegen ist. Wir denken über die anstehenden Reisen nach. Im Juli haben wir noch eine Woche Urlaub und im September zwei Wochen. Wohin uns die Reise verschlagen wird? Wir haben da schon eine Idee. Aber zunächst sind wir froh, dass Lizzy wieder fit ist und diese Reise gepackt hat. Toi, toi, toi, dass wir jetzt ein paar Jahre Ruhe haben.

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