Oberallgäu – Wolkig mit Aussicht

Die Wetteraussichten für die kommenden Tage sind schlecht. Andere Wohnmobilisten, die wir getroffen haben, „flüchten“ aufgrund des vielen Regens. Im Elsass und Polen soll das Wetter gut sein. Wir durchstöbern sämtliche Wetterprognosen, überlegen Hin und Her, aber beschließen, unsere Tour vorerst wie geplant fortzusetzen. Abbrechen können wir ja jederzeit! Nach ein paar fantastischen Tagen im Ostallgäu führt uns unsere Route nun ins Oberallgäu.

Tag 8: Bannwaldsee – Zell – Schwaltenweiher – Wertach (44km)

Unser erstes Ziel heute ist ein Wanderparkplatz bei Zell, von wo aus wir zu den Burgruinen Hohenfreyberg und Eisenberg wandern möchten. Wir parken unser Wohnmobil und dann geht es zügig los. Gut, dass wir unsere Winterjacken eingepackt haben, es ist nämlich wirklich kalt. Und das im Juni!

Schon nach wenigen Metern werden wir mit dieser schönen Aussicht auf die Ortschaft Zell beglückt.

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Und überall so schöne Wildblumenwiesen. Ich brauche unbedingt eine Vase fürs Wohnmobil!

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Nach einem steilen Anstieg, der, Kinderwagen sei Dank, Svens Oberschenkelmuskulatur ordentlich trainiert, gelangen wir als Erstes zur Burgruine Eisenberg. Und nur wenige Gehminuten später zur Burgruine Hohenfreyberg.

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Beide Burgruinen sind sehr gut erhalten und man kann sich ganz gut vorstellen, wie hier damals Ritter mit ihren Familien gelebt haben.

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Zwischen den alten Gemäuern tobt sich Emilia richtig aus und rennt von „Raum“ zu „Raum“.

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Von hier oben hat man eine tolle Aussicht auf Zell und die umliegenden Alpen.

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Anschließend folgen wir den Wegweisern zur Schloßbergalm. Der Wanderführer kündigt dort einen Spielplatz an. Emilia ist nach der aufregenden Burgerkundung nicht sonderlich gewillt, im Kinderwagen zu sitzen. In ihr scheint ein Burgfräulein zu schlummern 😉 Wir versprechen ihr, dass „gleich“ ein Spielplatz mit einer Rutsche kommt und hoffen dass die Infos im Wanderführer noch aktuell sind. Sehnsüchtig wird besagter Spielplatz (nicht nur von Emilia) hinter jeder Kurve erwartet.

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Der letzte Anstieg bis wir die Schlossbergalm erblicken.

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Zum Glück haben wir nicht zu viel versprochen. Emilia scheint zufrieden mit der Rutsche zu sein und ist wieder gut gelaunt.

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Nachdem Emilia unzählige Male gerutscht ist und die Kühe hinreichend bestaunt und mit Gräsern versorgt wurden, können wir den Weg mit einer überaus zufriedenen Emilia fortsetzen.

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Von der Schlossbergalm führt der Weg wieder abwärts in die Ortschaft Zell, wo wir das Wohnmobil geparkt haben. Eine wirklich schöne Rundwanderung, die auch sehr gut mit dem Kinderwagen zu gehen ist, auch wenn der erste Anstieg Kondition erfordert.

Anschließend fahren wir weiter zum Schwaltenweiher, wo es einen schönen Biergarten gibt. Hier legen wir bei toller Aussicht eine Pause ein. Emilia isst ihr erstes Eis am Stiel und ist, wie man sieht, ganz begeistert.

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Es gibt sogar einen Badesteg und man kann direkt auf der Wiese gegen ein kleines Entgelt mit dem Wohnmobil übernachten. Bei gutem Wetter ist es hier bestimmt traumhaft. Bei schlechtem Wetter ist hier aber gar nichts los. Daher entscheiden wir uns weiter zu fahren.

Als Übernachtungsplatz suchen wir uns diesen schönen (freien) Stellplatz aus. Von der Fahrerkabine haben wir eine fantastische Aussicht auf die Berge, die wir bei Regen und einer Flasche Rotwein genießen.

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Übernachtungsplatz: Picknickplatz Wertach (GPS: N 47° 36′ 32“ O 10° 24′ 35“)

Tag 9: Wertach – Kempter Wald (23km)

Heute lässt uns unsere Frühaufsteherin ausschlafen. Bis 9 Uhr schlafen wir 3. Ich kann es gar nicht glauben als ich verschlafen auf die Uhr schaue. Ganz entspannt starten wir in den Tag und während Sven und Emilia den Frühstückstisch decken, gehe ich eine Runde joggen. Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir einkaufen und füllen unsere Vorräte auf.

Anschließend fahren wir in den Kempter Wald, wo wir einen, aus unserer Sicht perfekten Stellplatz finden. Mitten im Wald, absolut ruhig, mit Bänken, Tischen, einer Feuerstelle und Brunnen. (Memo an mich selbst: Erreichst du einen schönen Ort bei Sonnenschein, mach direkt ein Foto und verschiebe es nicht auf „Später“) Wir machen einen Teig für Stockbrot, marinieren Fleisch und Fisch, sammeln Feuerholz und freuen uns total auf einen schönen Nachmittag am Lagerfeuer.

Aber zunächst wollen wir eine Runde laufen. Wir folgen der Beschilderung zum „Dengelstein“ und nach einer guten Stunde Gehzeit durch den Wald erreichen wir den riesigen Eiszeitfindling.

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Welche Naturgewalten müssen hier am Werke gewesen sein, um diesen 8m hohen und 1250kg schweren Felsbrocken in diesen relativ weit vom Gebirge entfernten Landstrich zu „tragen“?

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Nach einer kurzen Pause setzen wir die Wanderung fort.

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Man könnte nun noch zur Gaststätte „Zum Tobias“ weiter laufen, aber wir wandern in freudiger Erwartung unseres Lagerfeuers zurück zum Wohnmobil. Da der Weg fast ausschließlich durch den Wald führt, ist diese Wanderung für unseren Geschmack etwas öde.

Am Wohnmobil angekommen beginnen wir mit den Vorbereitungen fürs Grillen. Ich mache noch schnell einen Tomaten-Mozzarella-Salat, während Sven und Emilia draußen Tische und Stühle aufbauen und das Feuerholz stapeln. Als Alles fertig ist, fängt es an zu regnen. In Strömen. Und es hört die nächsten 24 Stunden nicht mehr auf.

Nach einer kurzen Enttäuschung machen wir es uns im Wohnmobil bequem. Wir können das Wetter nicht ändern, aber es soll uns nicht die Laune vermiesen.Kurzerhand landet Alles der Reihe nach in der Bratpfanne. Und wer hätte es gedacht, man kann sogar in der Pfanne Brot „backen“…

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Am Ende ist der Nachmittag ganz anders als wir geplant haben – aber trotzdem schön. Wir spielen Rummikub und mir gelingt es tatsächlich Sven zu schlagen – was ich an dieser Stelle unbedingt erwähnen musste.

Übernachtungsplatz: Kempter Wald (GPS: N 47° 43′ 29“ O 10° 25′ 19“)

Tag 10: Kempter Wald – Kempten – Leutkirch – Wangen (70km)

Am nächsten Morgen regnet es immer noch.

Wir beschließen ins CamboMare nach Kempten zu fahren. Das große Freizeitbad ist an diesem verregneten Sonntag gut besucht, aber nichts desto trotz haben wir, und insbesondere Emilia, einen schönen Vormittag. Emilia ist nicht aus dem Wasser und besonders, wie mag es auch anders sein, von der Babyrutsche weg zu kriegen. In der einzigen Pause, die gerade mal 5 Minuten dauerte, ist dieses Bild entstanden.

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Anschließend ging es sofort weiter planschen. Unser kleines Energiebündel.

Zurück im Wohnmobil halten wir alle 3 erstmal einen langen Mittagsschlaf.

Am Nachmittag fahren wir nach Leutkirch. Hier haben wir noch einen kleinen Job zu erledigen. Unser kurz vor der Abreise gekauftes Getriebe war nämlich ein Neu – Gegen – Alt – Tauschgeschäft. Wir liefern unser kaputtes Getriebe ab und hoffen dass Pepal, der Werkstattbesitzer – es reparieren kann – und so evtl. das Wohnmobil einer anderen Familie vor dem Totalschaden gerettet werden kann. Der Fachmann staunt nicht schlecht als er unsere Lizzy sieht. Er ist begeistert von unserer Renovierung – über das Lob vom Experten freuen wir uns besonders.

Eigentlich möchten wir noch tiefer ins Oberallgäu, nach Bad Hindelang, Oberstdorf und Fischen. Aber die Wetteraussichten Richtung Bodensee sind beständiger und wir entscheiden uns unserem Bedürfnis nach Sonne zu folgen. Wir fahren nach Wangen, wo wir den zentral gelegenen Wohnmobilstellplatz ansteuern.

Übernachtungsplatz: Wohnmobilstellplatz Wangen (GPS: N47° 40′ 55“ O  09° 50′ 05“) (10,20€)

 

 

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