Ostallgäu – Endlich Berge und ein Märchenschloss

Nach einer entspannten mehrtägigen Anfahrt sind wir nun im Allgäu angekommen. Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen: Für meinen Geschmack ist das Ostallgäu der schönste Teil des Allgäus und ohne Frage eine Reise wert. Aber seht und lest am Besten selbst.

Tag 5: Landsberg am Lech – Schongau – Schmutterweiher (55km)

Wir starten unsere Tour durch das Allgäu mit einem Ausflug, der in erster Linie etwas für Emilia ist. Wir besuchen den Schongauer Märchenwald. Da es ein Vormittag mitten in der Woche ist und die Wettervorhersage Regen ankündigt, sind wir bis auf einige wenige weitere Familien die einzigen Gäste. Der Märchenwald ist zugleich ein Tierpark und für Kinder im Kindergartenalter wird sehr viel geboten. Diverse Märchen der Gebrüder Grimm werden in jeweils einem liebevoll gestalteten Häuschen dargestellt. Emilia kann mit ihren 21 Monaten noch nicht viel damit anfangen, aber all die Tiere begeistern sie. Und so streicheln wir den ganzen Vormittag Ziegen, Schafe und Ponys, bestaunen die Meerschweinchen und die Kaninchen und toben uns auf dem großen Spielplatz aus.

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Nach einem schnellen Mittagessen im Wohnmobil geht die Fahrt weiter. Und wie man sieht, sind wir endlich in den Bergen angekommen:

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Und schon wenige Fahrtminuten später parken wir auf einem Wanderparkplatz bei Lechbruck am See und schnüren unsere Wanderschuhe. Und auch wenn wir noch keinen „Gipfel“ erklimmen, haben wir uns heute eine 8km lange Wanderung um den Schmutterweiher und ein Stück der Via Claudia Augusta vorgenommen. Für Emilia nehmen wir Kinderwagen, Ergo Baby und reichlich Proviant mit. Emilia genießt die Zeit in der Natur sehr und möchte immer mal wieder raus aus dem Kinderwagen. Dann läuft sie zum Teil bis zu 100m alleine und sammelt Steine, Stöcker, Blumen, Tannenzapfen und was sie sonst so finden kann. Sie dann wieder zurück in den Kinderwagen zu bekommen kostet uns manchmal viel Überzeugungsarbeit (und wenn Worte nicht ausreichen, ist ein Quetschie, ein Babykeks, Rosinen, Apfel , Banane oder Knäckebrot das richtige Argument).

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Unsere Wanderung führt uns inklusive toller Aussichten auf die nahen Berge des Königswinkels ein Stück an der geschichtsträchtigen Straße Via Claudia Augusta entlang.Die 2000 Jahre alte Straße wurde von den Römern erbaut und führte von Venedig über die Alpen, über Füssen mitten durch den heutigen Forggensee nach Augsburg.

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Wir brauchen für die schöne Tour 3,5 Stunden (im Wanderführer steht 2:15 Stunden Gehzeit), aber wir hetzen uns nicht und machen mit Emilia viele Pausen, in denen wir die Natur entdecken. Wir genießen die Ruhe und die Einsamkeit sehr. Auf der ganzen Wanderung treffen wir nur eine Handvoll Menschen. Es ist so idyllisch und entspannend.

Zurück am Womo sind wir zwar kaputt aber sehr zufrieden und glücklich. Und um 20:30Uhr liegen wir alle 3 in unseren Betten und schlafen. Bergluft macht müde…

Übernachtungsplatz: Wanderparkplatz Schmutterweiher (GPS: N 47° 40′ 41“ O 10° 45′ 18“)

Tag 6: Schmutterweiher – Hopfensee – Bannwaldsee (27km)

Am nächsten Tag fahren wir zum Hopfensee. In Hopfen angekommen ist es unübersehbar, dass wir uns allmählich dem touristischen Einzugsbereich der Königsschlösser nähern. Wir parken das Wohnmobil auf dem gebührenpflichtigen Wanderparkplatz am See (2€/Tag -> Achtung für Wohnmobilfahrer: Übernachten verboten) und machen eine Runde um den Hopfensee (8km).

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Die Runde um den See ist traumhaft. Die Aussicht auf die Berge ist einmalig, der See schimmert wunderschön blau, man sieht seltene Pflanzen sowie Haubentaucher und Fischreiher. Anfang Mai soll man sogar Hunderte von Enzianen blau blühen sehen. Von all den traumhaften Eindrücken bekommt Emilia gar nichts mit – sie verschläft fast den kompletten Rundgang.

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Am Ende tauschen wir die Rollen und während wir uns von dem Rundgang ausruhen tobt Emilia sich auf der Rutsche aus.

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Anschließend suchen wir nach einer Möglichkeit Wäsche zu waschen. Da wir weder in Füssen noch in Schwangau einen Waschsalon finden, „müssen“ wir auf einen Campingplatz. In Frage kommen die Campingplätze HopfenseeBannwaldsee und Brunnen. Wir besichtigen alle 3 und entscheiden uns, weil es uns wirklich nur ums Wäsche waschen geht und alle drei Campingplätze einen schönen, sauberen Eindruck machen, für den preisgünstigsten Campingplatz am Bannwaldsee.

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Neben Wäsche waschen machen wir am Nachmittag genaugenommen Nichts! Es regnet immer mal wieder und während wir es uns im Wohnmobil bequem machen, dreht Emilia draußen ihre Runden.  Ostallgäu-32

Nach dem Abendessen geht es dann unter die Dusche. Emilia ist von dem Ausflug begeistert. Es gibt sogar extra einen Kinderwaschraum, der ganz bunt gestaltet und speziell auf die Bedürfnisse von Kindern angepasst ist.

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In ihrem Bademantel stolziert sie über den Laufsteg Campingplatz. So süß!

Übernachtungsplatz: Campingplatz Bannwaldsee (20,80€)

Tag 7: Bannwaldsee (0km) 

Heute scheint wieder die Sonne. Wie schön. Zum ersten Mal bedauern wir, dass wir uns dagegen entschieden haben, die Fahrräder mitzunehmen. Aber an der Rezeption kann man sich welche ausleihen. Sogar mit Kindersitz. Leider gibt es keine (Kinder-)helme. Mist. Wir entscheiden uns trotzdem für eine Fahrradtour zu DER touristischen Attraktion des Allgäus, wenn nicht sogar Deutschlands: Das Märchenschloss Neuschwanstein.

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Schwangau ist mit dem Fahrrad super zu erreichen. Es gibt ein großes Radwegnetz und die Wege sind sehr gut ausgeschildert. Immer wieder halten wir an und machen Fotos. Die Gegend ist wirklich märchenhaft schön. Kein Wunder dass sich die Könige hier ihre Schlösser gebaut haben.

 

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Sowohl das Schloss Neuschwanstein wie auch das Schloss Hohenschwangau können auch von innen besichtigt werden. Uns ist der große Touristenandrang aber zu viel Trubel. Uns reicht der äußere Eindruck.

Wir fahren weiter nach Füssen. Das Örtchen ist sehr hübsch. Aber auch hier geht es sehr touristisch zu. Da wir ja heute nicht mit Kinderwagen sondern mit den Rädern unterwegs sind, ist das Schlendern durch den Ort schwierig, aber für einen ersten Eindruck reicht uns ein kurzer Spaziergang.

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Auf dem Weg zurück suchen wir vergeblich nach einem Biergarten, in dem wir am Abend das 2. EM-Spiel von Deutschland gegen Polen schauen können. Da wir Nichts Passendes finden, entscheiden wir uns, eine weitere Nacht auf dem Campingplatz zu bleiben. Denn hier gibt es einen schönen Biergarten.

Wieder am Wohnmobil angekommen wird es allerhöchste Zeit für Emilias Mittagschlaf. Um für das Spiel am Abend fit zu sein, legen Sven und ich uns dazu. Kurz nachdem wir liegen wird auf dem Campingplatz der Rasenmäher angeschmissen. Während Sven und Emilia davon unbeeindruckt weiterschlafen, finde ich nicht zur Ruhe und fluche vor mich hin. Kennen die in Bayern denn keine Mittagsruhe??? Ich bin drauf und dran den Gärtner auszuschimpfen, mein Geld zurückzuverlangen, mich bei der Campingleitung zu beschweren oder sonst irgendeinen „Schaden“ anzurichten.

Den Nachmittag verbringen wir, genauso wie den davor auch schon mit Nichtstun. Puky fahren, zum Spielplatz laufen, lesen, Reiseroute planen und sich für das Spiel am Abend in Stimmung bringen.

Übernachtungsplatz: Campingplatz Bannwaldsee (20,80€)

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