Den Bergen immer näher

Fast sah es so aus, als hätten wir unseren diesjährigen, langersehnten Sommerurlaub nicht antreten können – Details dazu könnt ihr hier nachlesen. Doch kurz vor Abreise kam der erlösende Anruf und wir konnten unsere generalüberholte Lizzy abholen. Jetzt blieben noch 48 Stunden um Lizzy aus dem Winterschlaf zu holen, gründlich zu putzen, zu bepacken, nebenbei noch jeder von uns zwei Mal zur Arbeit zu gehen, den Haushalt zu schmeißen und eine aufgeweckte 21 Monate junge Dame zu bespaßen. Klingt nach Stress? War es auch! Aber die Abfahrt nach hinten zu verschieben und so auf einen wertvollen Reisetag zu verzichten war keine Alternative. Also Augen zu und durch – und Freitag Abend um 20 Uhr sind wir tatsächlich abreisebereit.

Aber wohin soll die Reise überhaupt gehen? Aufgrund der vielen Schwierigkeiten mit Lizzy möchten wir in Deutschland bleiben – um im Falle des Falles eine deutschsprachige Werkstatt ansteuern zu können. Nord- und Ostsee stehen im Raum. Aber das kann doch nicht Alles sein was Deutschland zu bieten hat? Ich werfe unmotiviert das Allgäu ins Rennen – unmotiviert deswegen weil eigentlich das Meer für mich zum Sommerurlaub dazugehört. Außerdem muss ich zugeben, dass nahezu Alles was ich über das Allgäu weiß (Almen, Kuhwiesen, Wandern, Lederhosen…)  ziemlich uncool klingt. Aber Sven ist begeistert von der Idee und davon nicht mehr abzubringen. Also gut, auf geht’s ins Allgäu.

Tag 1: Osnabrück – Fulda (271km)

Da das Allgäu nicht gerade vor Osnabrücks Füßen liegt und wir mit Emilia und Lizzy keine weiten Sprünge machen möchten,  nehmen wir uns für die Anreise Zeit. Das ist ja das Tolle am Wohnmobilreisen: Der Weg ist das Ziel. Die Reise beginnt sobald Sven Lizzys Motor anschmeißt. Und in gleichem Atemzug fällt Emilia in den Tiefschlaf. Sehr gut! Daran hat sich zum Glück nichts geändert. Sobald der Motor läuft, fallen Emilias Äuglein zu.

Wir kommen gut durch und schaffen es bis nach Fulda. Hier fahren wir den offiziellen Wohnmobilstellplatz an und legen uns schlafen.

Übernachtungsplatz: Wohnmobilstellplatz Fulda (GPS: N 50° 33′ 23“ O 9°39’59“) (5€)

Tag 2: Fulda – Hammelburg (78km)

Die Nacht war kurz. Alle 3 müssen wir uns an das ungewohnte Bett erst wieder gewöhnen. Die größten Schwierigkeiten hat Emilia. Nachdem sie noch während der Fahrt tief und fest im Kindersitz geschlafen hat, ist ihr nun ihr Bettchen im Alkoven nicht geheuer. Im 30 Minuten Takt wird sie wach und weint. Ich möchte sie runter in unser Bett holen, aber Sven hat das nötige Durchhaltevermögen dies nicht zu tun. Wir wissen, wenn wir einmal nachgeben, wird sie dies immer wieder einfordern. Und so verbringt Sven die halbe Nacht stehend, mit Emilia Händchen haltend vor dem Alkoven, während ich versuche zu schlafen. Am Morgen schnappe ich mir Emilia und den Kinderwagen und laufe in die Stadt, damit Sven Schlaf nachholen kann.

Wir frühstücken in einem Café und schlendern anschließend über den Markt – auf dem ich ordentlich zuschlage und unsere Vorräte mit viel frischem Obst und Gemüse auffülle.

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In der Innenstadt würde ich gern etwas shoppen, aber dazu hat Emilia gar keine Lust und so verbringen wir ein wenig Zeit im Schlossgarten.

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Während Emilia vor Freude quietschend Tauben jagt, schaue ich mehreren Hochzeitsfotoshootings zu. Der Schlossgarten scheint ein beliebtes Ziel dafür zu sein.

Anschließend geht der Weg vorbei am Dom zurück zum Wohnmobil. Ich als Orientierungslegasthenikerin bin ein wenig stolz, diesen Rundgang ohne Sven gemeistert zu haben…

 

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Am Wohnmobil angekommen erwartet uns ein ausgeschlafener Sven. Wir überlegen kurz wohin wir als Nächstes fahren und einigen uns schnell auf den Forellenhof in Diebach-Hammelburg. Das ist ein Hof mitten in der Natur, der auch einen Wohnmobilstellplatz hat.

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Sehr idyllisch hier. Wir ergattern einen Stellplatz direkt neben dieser Rutsche und können so ganz entspannt den Nachmittag genießen, während Emilia rutscht und rutscht und rutscht.

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Bei einem Rundgang über den Hof sehen wir Hühner, Ziegen, Esel, Ponys, den Alpaka „Sam“ und Kaninchen. Emilia ist restlos begeistert von unserem Zuhause für diese Nacht.

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Der Platz ist sehr gepflegt und sauber, die sanitären Einrichtungen erst vor kurzem errichtet, es gibt eine Feuerstelle sowie Grillplätze – absolute Empfehlung von uns.

Übernachtungsplatz: Forellenhof Reuss (GPS: N 50° 07′ 59“ O 9°49’08“) (7€)

Tag 3: Hammelburg – Rothenburg o.d.T. – Nördlingen (194km)

Svens Durchhaltevermögen in der ersten Nacht hat sich ausgezahlt: Emilia schläft ab dieser Nacht wunderbar in ihrem Alkoven – Bett. Und so starten wir am nächsten Morgen alle 3 ausgeschlafen und voller Tatendrang in den neuen Tag. Als erstes Etappenziel haben wir uns Rothenburg o.d.T vorgenommen.

Das Dorf ist sehr süß, aber auch unfassbar touristisch.

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Wir laufen den „Rothenburger Turmweg“, der einmal durch die Altstadt und Drumherum führt (4km, barrierefrei und somit kinderwagentauglich). Bei „Käthe Wohlfahrt“ staunen wir über all Jene, die im Juni Weihnachtsschmuck kaufen und sind am Mittag wieder beim Wohnmobil. So langsam wird Sven nervös, denn am Abend spielt Deutschland das erste EM Spiel und wir wissen noch immer nicht wo wir es schauen wollen. Während Emilia und ich Mittag kochen (Emilia ist mittlerweile eine ambitionierte Zwiebelschälerin) googelt Sven nach einer geeigneten Möglichkeit in Nördlingen.

In Nördlingen suchen wir zunächst nach der eben erwähnten Möglichkeit Fußball zu schauen. Und direkt der erste Versuch ist ein absoluter Volltreffer. Dazu aber später mehr. Noch sind ein paar Stunden bis zum Anpfiff. Wir machen uns also auf und sehen uns in Nördlingen etwas um.

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Auch hier laufen wir einen ausgeschilderten Rundweg durch und um die Altstadt. Mir persönlich gefällt Nördlingen besser als Rotenburg, da es nicht so touristisch ist. Sven fand Rotenburg schöner. So sind die Geschmäcker eben unterschiedlich. Fakt ist aber, beide Orte entlang der „Romantischen Straße“ sind durchaus sehenswert.

Nun aber zum Fußball-Abend. Nach diesem ereignisreichen Tag schläft Emilia im Nu. Und Sven und ich können das Fußballspiel nicht erwarten. Und das Eichendorfstüble hier in Nördlingen bietet uns die perfekte Möglichkeit das Spiel zu sehen.  Denn die Kneipe liegt in einer verkehrsberuhigten Straße und wir können unmittelbar davor parken. Mit Babyphone bestückt nehmen wir direkt am Fenster Platz, von wo aus wir die beste Sicht auf Lizzy und auf das Spiel haben, während Emilia friedlich in ihrem Bett schläft.

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Wir verbringen einen tollen Abend, nicht zuletzt weil Deutschland gegen die Ukraine siegt und der Wirt sehr gastfreundlich und zuvorkommend ist. Ein rundum gelungener Abend.

 

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Übernachtungsplatz: Eichendorfplatz in Nördlingen

Tag 4: Nördlingen – Landsberg am Lech (115km)

Am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Landsberg am Lech. Ebenfalls ein sehr süßes Örtchen durch das man wunderbar flanieren kann. Bei unserem Besuch findet gerade ein Volksfest in der Innenstadt statt.

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Nach zwei Stündchen Rundgang haben wir genug gesehen, fahren ein paar Kilometer weiter zum Lechsee und machen eine Wanderung durch den Pössinger Wald.

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In dem Wald befindet sich ein Wildgehege. Das erste Reh das wir sehen hat übrigens Emilia entdeckt.

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Die Wildschweine sind hinter einem Maschendrahtzaun. Besser so – denken wir uns als sich die stattlichen Viecher auf einmal gengenseitig jagen.

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Leider fängt es mitten während der Wanderung an zu regnen. Zunächst stellen wir uns unter und hoffen dass der Regen schnell nachlässt. Aber es regnet ununterbrochen in Strömen und so rennen wir irgendwann durch den Regen nach Hause.

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In trockenen Klamotten wärmen wir uns bei heißem Tee auf und stellen fest wie schön der Wanderparkplatz am Lechsee ist. Wir beschließen: Hier schlafen wir heute.

Übernachtungsplatz: Pössinger Wald (GPS: N 48° 01′ 15“ O 10°53’37“)

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