Die dramatische Heimfahrt

Im Leben kann man nicht alles planen. Das wird uns bei unserer Heimfahrt so bewusst wie noch nie zuvor. Regelmäßige Leser unseres Blogs wissen bereits, dass wir auf der Heimfahrt einen Unfall hatten. Davon habe ich hier bereits erzählt. Trotzdem möchte ich euch nochmal in Ruhe von unserer gesamten Heimfahrt berichten.

Von Cadaqués nach Osnabrück sind es in etwa 1450 km. Wir planen für die Strecke 4 Tage ein. In 7 Tagen muss Sven wieder arbeiten – außerdem hat Emilia ihren ersten Geburtstag und die Verwandtschaft wäre schwer enttäuscht wenn wir es nicht rechtzeitig nach Hause schaffen. Zwischenstopps inklusive Sightseeing planen wir in Lyon, Dole und Trier.

Bis zu unserem ersten Ziel Lyon sind es 500 km. Ich habe gut recherchiert, um die nächtliche Stellplatzsuche zu vermeiden: Ich habe ab Kilometer 250 etwa alle 50 km einen Stellplatz herausgesucht und im Navi programmiert. Letztes Ziel: Campingplatz Indigo Lyon, von wo aus wir uns die Stadt Lyon ansehen und noch etwas entspannen möchten.  Dank meiner guten Vorbereitung kann Sven entspannt fahren und alle 50 km entscheiden, ob er die nächsten 50 km auch noch schafft oder nicht. Ich bin schnell müde und schlafe ein. Emilia schläft selbstverständlich wie bei jeder Fahrt auch. Sven ist ausgeschlafen, hört Musik und kommt gut durch. Ich verliere jegliches Zeitgefühl und als das Wohnmobil steht, ist es drei Uhr nachts. Ich frage Sven wo wir sind und er antwortet „mitten in Lyon“. Die Ausfahrt zum besagten Campingplatz war wohl gesperrt und das Navi wollte ihn immer wieder zurück zu der gleichen Abfahrt führen. Unser Navi und die Großstädte – eine Hassliebe. Wir stehen am Straßenrand. Wir sind zu müde um jetzt noch etwas an der Situation zu ändern, wir legen uns schlafen und wollen am nächsten Tag weitersehen.

Am nächsten Tag schauen wir uns erstmal um:

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Sven hatte nicht übertrieben – wir sind wirklich mitten in Lyon. Wir stehen unmittelbar vor einer Touristeninformation. Diese sucht Sven direkt auf. Der unfreundliche Mitarbeiter erklärt ihm,  dass Wohnmobile in Lyon verboten seien und verweist uns auf einen der Campingplätze. Na gut, dann probieren wir es bei Tageslicht erneut. Mitten im morgendlichen Berufsverkehr. Dass das nicht klappt war abzusehen; Wir entdecken einen Carrefour, wo wir Baguette kaufen und erstmal frühstücken. Nach zwei Tassen Kaffee ist die Stimmung auch deutlich besser. Wir entscheiden Lyon zu streichen und zum nächsten Ziel nach Dole zu fahren. Doch dort werden wir nie ankommen…

Denn nach etwa 50 km haben wir den besagten Unfall. Wir fahren auf einer leeren Landstraße einen Hügel hinauf. Auf dem Gipfel des Hügels angekommen sieht Sven, dass in etwa 50 m Entfernung ein Fahrzeug auf der Straße steht. Der Bremsweg reicht nicht aus (wir sind voll beladen, Lizzy hat kein ABS, es geht bergab…) und wir steuern aufgrund von Gegenverkehr unausweichlich auf das stehende Auto zu. Beim Aufprall sind wir nicht mehr schnell, aber der Knall reicht aus: Nach kurzer Begutachtung fällt das Urteil Totalschaden. Wir stehen unter Schock. Der ADAC kümmert sich um Alles. Wir werden in die nächste Ortschaft gebracht und bekommen ein Hotelzimmer sowie einen Mietwagen zur Verfügung gestellt. Nach einer unruhigen Nacht machen wir uns am Morgen des 26.09.15 auf die Heimfahrt. Lizzy müssen wir zurücklassen.

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Hier steht sie und wartet, wie wir damals annehmen, auf ihre Verschrottung.

Heute kann ich glücklich berichten, dass es ein Happy End gab. Wir konnten Lizzy retten. Aber am besagten Tag sind alle Träume geplatzt.

Gestern habe ich Sven gefragt, woran er als erstes denkt, wenn er an die Reise, die ja nun schon ein halbes Jahr zurückliegt, zurückdenkt. Bei ihm ist es leider nach wie vor der Unfall. Für mich ist er zum Glück schon etwas in den Hintergrund gerückt. Ich hoffe dass es bei Sven auch nicht mehr lange dauert. Denn wir hatten bei unserem Roadtrip die schönste Zeit unseres Lebens und der blöde Unfall soll nicht länger einen Schatten auf sie werfen.

In wenigen Tagen berichte ich euch dann, wie es war wieder zu Hause zu sein und welche dicke Überraschung auf uns gewartet hat!

 

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