Auf der Durchreise durch Südspanien

Eigentlich hatte ich eine wunderschöne Reiseroute durch Südspanien ausgearbeitet. Aber schon in Nordspanien stellten wir fest, dass wir mit den acht Wochen nicht hinkommen werden, wenn wir unser Tempo nicht ein wenig hochschrauben. Wir entschieden uns aber bewusst dazu, uns nicht zu hetzen, uns Zeit zu lassen, die vielen schönen Momente zu genießen und eventuell am Ende der Reise Ziele streichen zu müssen. Dass uns für Andalusien gar keine Zeit mehr bleibt, hat mich dann aber doch überrascht.

An Tag 42. unserer Tour überqueren wir also zum zweiten Mal die spanisch-portugiesische Grenze. Vier Tage später sind wir mit lieben Freunden an der Costa Blanca verabredet. Wir haben vier Tage Zeit um 850km zurückzulegen. Mit Baby und Camper. Also – keine Zeit für Andalusien.

Wir gehen ganz pragmatisch vor und teilen die 850km in vier etwa gleich große Teile und suchen uns so geeignete Zwischenziele. Als Fahrzeit wählen wir die Abende, da Emilia dann schläft und wir entspannt fahren können. Und die Tage bleiben uns für Unternehmungen.

Den ersten Zwischenstopp legen wir in Antequera ein. Wir erreichen den nördlich von Malaga liegenden Ort  kurz vor Mitternacht. Den von uns vorher im Internet rausgesuchten Stellplatz finden wir ohne Probleme, aber dieser scheint ein beliebter Treffpunkt für spanische Jugendliche zu sein. Andere Wohnmobile sind hier nicht zu sehen. So entscheidet Sven kurzerhand weiter zu fahren. Aber wohin? So mitten in der Nacht in einer fremden Stadt. Aber zufällig entdecken wir kurze Zeit später einen offiziellen Stellplatz mit Ver- und Entsorgung. Vor lauter Euphorie fahren wir falsch herum in eine Einbahnstraße.. Unser portugiesischer „Nachbar“ lässt es sich nicht nehmen uns direkt zu begrüßen und auf unseren Fehler hinzuweisen. Willkommen in Spanien… Emilia verschläft die nächtliche Stellplatzsuche und wacht nicht einmal auf, als wir sie aus dem Kindersitz in ihr Bettchen legen. So gelassen müsste man mal sein…

Am nächsten Tag machen Sven und Emilia sich erstmal auf die Suche nach einem Bäcker. Was sich als gar nicht so einfach erweist an einem Sonntag. Aber in einem Mercadona werden sie fündig und bevor ich duschen und den Frühstückstisch decken konnte, sind die Beiden wieder da. Sven strahlt über beide Ohren und ist stolz mit seinen „Spanisch-Kenntnissen“ glänzen zu können 😉

Nach einem ausgiebigen Frühstück sehen wir uns in dem Ort um.

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Leider ist es viel zu heiß für Sightseeing und wir hangeln uns von schattigem Café zu Café und begnügen uns mit Tapas und diversen Spielplätzen, von denen es in Antequera eine Menge gibt. Spätestens daran merken wir: Wir sind wieder in Spanien!

Mit unserem bereits oben erwähnten Nachbar aus Portugal kommen wir wieder ins Gespräch und er empfiehlt uns als nächstes Ziel La Manga del Mar Menor. Er sagt, es sei der schönste Ort in Spanien, ein 100m breiter und 22km langer Sandstreifen der einen Salzwassersee und das Mittelmeer voneinander trennt. Er zeigt uns Fotos und schwärmt und schwärmt – so dass wir uns anstecken lassen und den Ort als Nächstes ansteuern.

 

Was wir dort vorfinden ist definitiv nicht der schönste Ort in Spanien. Ich lerne mal wieder, wie unterschiedlich Geschmäcker sein können und schwöre mir, mich in Zukunft nur noch auf die eigene Recherche zu verlassen.

Die Lagune ist ein künstlich erzeugtes Touristenzentrum mit unzähligen Hotel – und Appartmentanlagen, Fast Food Ketten, Segelschulen, Supermärkten, Bars und Restaurants. Wir machen das beste draus und legen einen Strandtag ein. Muss auch mal sein…

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Da es zu unserem nächsten Ziel nur noch 150km sind, bleiben wir über Nacht und fahren erst am nächsten Mittag weiter nach El Campello.

In El Campello steuern wir den Camper Park Alicante an, ein sehr gepflegter Stellplatz mit einer wunderbaren Betreiberin, die zwar nur Spanisch spricht, aber so freundlich ist, dass man sie ins Herz schließen muss.

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Wir verbringen den Tag am Stellplatz mit Bloggen, Wäsche waschen und Hausputz, während Emilia ihre Spielzeugkiste hundert Mal ein und wieder ausräumt. Am frühen Abend unternehmen wir einen Spaziergang zum Meer.

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El Campello ist wirklich nett und eignet sich super als Ausgangspunkt für Besichtigungen von Alicante und Benidorm. In unmittelbarer Nähe des Stellplatzes fährt eine Bahn, die die beiden Ziele als Endstationen hat. Für uns dient El Campello aber nur als letzter Zwischenstopp. Denn schon Morgen sehe ich meine allerliebsten Freundinnen wieder! Wie das wohl wird, einen anderen Gesprächspartner als Sven zu haben?!

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