The End of Lizzy?

Der letzte Eintrag ist schon etwas her… Und das hat einen sehr traurigen Grund. Heute habe ich endlich die Kraft gefunden, hier niederzuschreiben, was passiert ist: Wir hatten auf dem Rückweg nach Hause einen Autounfall. Nach einer Nacht in Lyon waren wir mittags unterwegs nach Dole, unserem letzten Zwischenziel. Nach etwas Sightsseeing wollte Sven uns von hier aus über Nacht nach Hause fahren. Dazu sollte es aber nicht kommen…

Wir entschieden uns für unsere Fahrt von Lyon nach Dole für die Landstraße. Wir haben ja schließlich ausreichend Zeit und wollen noch so viel Landschaft wie möglich sehen.

Wir tuckern also die D936 entlang, die Straßen sind leer, Emilia schläft und wir sind gut gelaunt. Etwas wehmütig, dass es nun nach Hause geht, aber wir haben so viele tolle Erinnerungen im Gepäck. Wir fahren einen kleinen Hügel hinauf. Auf dem Gipfel des Hügels angekommen, sehen wir vor uns ein Auto auf der Straße stehen. Sven geht in die Vollbremsung, aber der Bremsweg reicht leider nicht aus. Bergab, voll beladen, kein ABS; wir können es nicht mehr verhindern und fahren auf den stehenden PKW auf. Wir waren nicht mehr schnell, so dass es kaum knallt, aber nachdem wir uns vergewissert haben, dass es Emilia gut geht und mit ihr aussteigen, sehen wir das Ausmaß der Katastrophe: Das Fahrerhaus ist verzogen, Kühlwasser läuft aus, die Motorhaube sowie die Fahrertür gehen nicht mehr auf. Wir stehen unter Schock. Binnen Minuten ist der Rettungsdienst da, wir werden alle untersucht und man möchte Emilia zur Überwachung ins Krankenhaus schicken. Ich weigere mich, schließlich kenne ich mein Kind und weiß, dass es ihr gut geht. Die Sanitäter tun sich schwer damit, unsere Entscheidung zu akzeptieren, halten Emilia die ganze Zeit einen alten Stoffhasen hin und weil Emilia diesen nicht freudig annimmt, nehmen die Sanitäter an, sie sei traumatisiert. Zumindest ist das die einzige Diagnose, die ich verstehe. Denn in Frankreich spricht anscheinend niemand Englisch. Innerhalb von 30 Minuten sind bestimmt 20 Personen an der Unfallstelle, Unfallbeteiligte, Polizei, Rettungsdienst, anhaltende PKWs… Niemand spricht auch nur ein Wort Englisch. Es ist zum Verrücktwerden. Wir telefonieren mit dem ADAC, gleichzeitig werden wir von der Polizei vernommen, man verständigt sich mit Händen und Füßen, viele Fragen verstehen wir nicht. Es ist ein Alptraum. Irgendwann kommt ein Abschleppdienst und wir werden samt unserem Camper in einer Werkstatt in die nächste Ortschaft nach Chatillon sur Chalaronne geschleppt. Hier stellt der Meister innerhalb von fünf Minuten die Diagnose: Totalschaden – oder wie der Franzose sagt: IRREPARABLE.

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Ich breche in der Werkstatt zusammen. Sven hat zwar sofort vermutet, dass wir mit dem Wohnmobil nicht mehr weiter fahren können, aber ich begreife den Ernst der Lage erst, als der Werksattmeister es ausspricht. Der ADAC hat uns in der Zwischenzeit ein Hotel gebucht und für den nächsten Tag einen Mietwagen reserviert, damit wir unsere Heimreise antreten können. Wir sollen das Wichtigste mit in den Mietwagen nehmen, alles andere sollen wir in Kartons verpacken und man wird es uns nachschicken. Wir können es noch immer nicht fassen. Innerhalb von Sekunden sind so viele Träume geplatzt. Das Wohnmobil, dass wir mit so viel Liebe renoviert haben, in dem wir in den letzten zwei Monaten die schönste Zeit unseres Lebens verbracht haben, in dem Emilia das Rauf- und Runterklettern vom Bett oder Sofa, das Stehen gelernt hat, mit dem wir noch so viele Ziele bereisen wollten, sollen wir hier zurück lassen. Ich bringe es nicht übers Herz das Wohnmobil nochmal zu betreten, Sven kümmert sich um das Packen.

Wir sind froh, dass uns nichts Schlimmeres passiert ist. Aber der Verlust tut so weh…

3 Kommentare

  1. Das tut mir sehr leid. Gott sei Dank ist es bei Blechschaden gablieben. Dennoch kann ich euer Leid verstehen, denn ich konnte aus euren Artikeln das Herzblut, daß ihr in das Projekt gesteckt habt förmlich herauslesen.
    Ich hoffe ihr verfolgt euer Projekt trotz eures Verlusts weiter. Ich hoffe ihr bleibt dran, und zeigt der Welt, das man trotz Kind und begrenztem Budget, dem alles vereinnahmenden Hamsterrad ein Schnäppchen schlagen kann. Lebt auch für eure Tochter dieses Projekt weiter, ich bin sicher,sie wird es euch eines Tages danken.

    Kopf hoch…

    WoMolix und WoMoline

    Gefällt 1 Person

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