Bem-vindo a Portugal

Zugegeben, unser Start in Portugal ist holprig. Schon die erste Mautstelle wird uns zum Verhängnis. Es ist ja nicht so, als hätten wir noch keine Erfahrung mit Mautstellen. Die Franzosen und die Spanier bitten ja auch zur Kasse. Trotzdem tun wir uns in Portugal schwer: Ein Automat, der 4,65€ einfordert, aber keinen 50€ Schein annimmt. Und auch keine unserer drei Kreditkarten! Kleingeld haben wir nicht. Hinter uns bildet sich eine hupende Schlange. Mein sonst stets entspannter Mann bekommt Schweißausbrüche, meine schlafende Tochter wacht auf und brüllt! Hilfe! Was nun? Ich schnappe mir also den 50€ Schein und ziehe los. Frage jeden genervten Autofahrer in der Schlange hinter uns, ob er mir den Schein klein machen kann. Ernte nur freundliches Kopfschütteln. Und dann, am Ende der Schlange, etwa beim zehnten Auto, ein junges Paar, welches mir den Schein wechselt. Ich renne nach vorne und überreiche Sven meine Beute. Der hat allerdings mittlerweile Beistand von einem Mann erhalten, der mit seiner Kreditkarte unsere Maut bezahlt. Unser Geld möchte er nicht annehmen. Vielen Dank lieber Unbekannter. Das macht Lust auf mehr Portugal…

Viana do Castelo – ein „feucht“ fröhliches Volksfest (22.08.15)

Wir haben uns so beeilt um rechtzeitig hier zu sein. Dieses Wochenende steigt nämlich in Viana do Castelo das Fest der Nossa Senhora da Agonia, ein farbenprächtiges Volksfest mit Umzügen, Jahrmarkt und viel Essen und Trinken. Das ist doch eine tolle Einstimmung auf das Land Portugal.

Da wir in der Stadt ein Verkehrschaos befürchten, parken wir unser Zuhause auf dem Monte Santa Luzia, auf dem die schöne, der Pariser Sacré-Cœur nachgebildete Kirche Santa Luzia steht.

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Und von wo aus man eine schöne Aussicht auf den Ort hat.

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Von dem Berg fährt eine Seilbahn runter in die Stadt.

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Viana do Castelo ist ein sehr schönes Küstenstädtchen, das auch ohne Volksfest durchaus sehenswert wäre. Als wir unten ankommen, ist das Fest schon in vollem Gange.

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Aber leider meint es der Wettergott nicht gut mit uns und der Senhora da Agonia. Es regnet nämlich. Die Stadt ist trotzdem voll und alle bereiten sich auf die große Parade um 16 Uhr vor. Alle Lokale sind bis auf den letzten Stehplatz gefüllt und an jeder Straßenecke werden Regenschirme und Regencapes verkauft. Die Portugiesen lassen sich ihr Fest nicht nehmen. Wir hingegen entscheiden uns nach Hause zu fahren und uns bei heißem Tee aufzuwärmen. Schade, wir hätten so gern mitgefeiert. Während Emilia mit einem Heliumluftballon ihr eigenes Fest feiert versuche ich vergeblich Sven im Rummikub zu schlagen.

 

Braga – die Stadt der Kirchen und der geschlossenen Hallenbäder (23.08.15)

Ein portugiesisches Sprichwort besagt, dass in Porto gearbeitet, in Coimbra studiert, in Lissabon gelebt und in Braga gebetet wird. Wir starten unsere Städtetour durch Portugal also mit der Stadt der Gebete. Aber leider hat der Wettergott meine Gebete nicht erhört und uns einen weiteren Regentag geschickt. Wir haben die Idee, den Regentag zum Entspannen zu nutzen und machen uns im Internet auf die Suche nach einem Spa. Wir finden lediglich ein großes Hotel mit Spabereich. Dann vielleicht doch ins Hallenbad. Wir befürchten zwar, dass die Hallenbäder an einem regnerischen Sonntag total überfüllt sind, aber entscheiden uns doch dafür. Das Internet schlägt fünf verschiedene Hallenbäder vor. Wir fahren jedes einzelne an und müssen feststellen dass alle geschlossen sind. Liebe Familien aus Braga, was unternehmt ihr mit euren Kindern an regnerischen Sonntagen? Uns fällt nichts ein. Die Laune lassen wir uns aber nicht vermiesen. Meine in der Camperküche zubereitete Dorade würde mit Sicherheit keinen Schönheitspreis gewinnen, aber sie schmeckt ganz ausgezeichnet.

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Eine Regenpause nutzen wir für einen Spaziergang durch die Stadt und als sich dann sogar die Sonne blicken lässt erscheint die Stadt gleich 1000 Mal schöner und freundlicher.

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Nach dem Spaziergang ziehen wir aber weiter. Eigentlich möchten wir gern im Nationalpark Peneda-Gerês wandern, da das Wetter aber so unbeständig ist, reisen wir weiter Richtung Süden.

Guimarães – hier ist Portugal geboren (24.08.15)

Am Bergfuß der bewaldeten Serra de Penha wurde der Ort erbaut, der die Geburtsstadt Portugals ist. Die gut erhaltene Altstadt macht die europäische Kulturhauptstadt 2012 zu einer der attraktivsten Touristenziele Portugals. Die Sonne scheint heute endlich mal wieder und wir statten der Stadt auf dem Weg nach Porto einen kurzen Besuch ab.

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Nach einem ausgedehnten Spaziergang durch den Ort kochen wir uns noch schnell Nudeln mit Pesto im Camper und fahren abends weiter nach Porto.

Porto -vergesst Lissabon, besucht Porto (25.08.-26.08.15)

Nein, Lissabon ist, soweit ich mich an meinen Besuch vor etwa 15 Jahren erinnern kann, schön. Aber Porto ist toll!!! Unser Stellplatz liegt wunderbar an der Mündung des Rio Douro in den Atlantik. Die Aussicht ist super. Als wir spät abends ankommen sind wir überwältigt von dem bunten Treiben um uns herum. Wir schauen den verliebten, vorbei spazierenden Paaren, den Anglern und dem Meer zu. Wie gut geht es uns eigentlich??? Richtig gut geht es uns!

Am nächsten Morgen fahren wir ins Zentrum, mit dem Bus sind wir keine 15 Minuten unterwegs. Perfekt. Porto besticht schon allein durch seine Lage im Tal des Weinbaugebiets Douro direkt am atlantischen Ozean. Am interessantesten ist die Altstadt im engen Douro Tal. Die mittelalterlichen Häuser stützen sich gegenseitig, um nicht umzufallen. An den Fassaden kleben grün berankte Balkons, davor flattert die aufgehängte Wäsche im Seewind. Hier scheint die Zeit noch stehen geblieben zu sein.

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Zwei wunderbare Tage verbringen wir in der tollen Stadt. Mein persönliches Highlight ist das Mittagessen in einer kleinen Taverne (Taverna dos Mercadores) in der Altstadt. Schon am ersten Tag habe ich mich in das kleine Lokal verliebt, da es aber so klein und eng ist, halten wir es nicht für kinderwagentauglich. Am zweiten Tag fragen wir dann doch nach dem Tisch ganz vorne im Fenster und haben Glück. Der Tisch sei zwar reserviert, aber wir mit Kinderwagen gehen vor. Toll! Wir bestellen Bacalhau nach Art des Hauses. Dazu diverse Häppchen und Vinho Verde. Es schmeckt so gut und das  Ambiente ist traumhaft.

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Trotz der riesigen Portion haben wir Mühe satt zu werden, da Emilia bei jedem Happen, der nicht in ihren Mund wandert, einen entsetzten Aufstand macht. Am Ende sind wir aber alle satt und zufrieden und die Kellner ganz aus dem Häuschen, da Emilia sie ununterbrochen angrinst.

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Ein unvergesslich schöner Nachmittag, den wir am Stadtstrand ausklingen lassen. Die touristischen Hauptattraktionen, eine Schiffsfahrt auf dem Rio Douro sowie eine Portweinkellerbesichtigung sparen wir uns und setzen unsere Reise ins Gebiet Beira Litoral fort.

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