Apfelbäume, Berge und Meer – traumhaftes Asturien

In Asturien wird kein Wein angebaut. Ich denke kurz darüber nach, ob wir uns die Region schenken, aber gut bestückt mit edlen Tropfen legen wir doch ein paar Zwischenstops ein. Zum Glück. Denn es ist traumhaft in Asturien. Hier finde ich wirklich alles, was mich glücklich macht. Allen voran das Meer. Und zwar keine Mittelmeerbadewanne sondern einen wilden Ozean. Mit vielen wunderschönen kleinen Buchten, die zum sonnen und in die Wellen schmeißen einladen. Und dann die Berge, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern auf denen man auch als ungeübter Bergsteiger wunderschöne Wanderungen unternehmen kann. Traumaussichten inklusive. Hinzu kommen die freundlichen Spanier, die einen sofort ansprechen sobald man einen fragenden Blick aufsetzt und einem mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und dann die Küche. Von überall duftet es nach frisch gegrilltem Fisch. Das angenehme Klima. Milde 24 Grad im August – absolute Wohlfühltemperatur. Warm genug um ins Meer zu springen und nicht so heiß dass einem der Antrieb zu Unternehmungen verloren geht. Ja, es regnet auch mal – aber Dank des Regens ist alles so schön grün und wir hatten nur einen Nieselregen tagsüber. Ich könnte stundenlang weiterschwärmen, stattdessen lege ich jedem ans Herz, der im Urlaub nicht ausschließlich in der Sonne liegen möchte – reist nach Nordspanien, es ist traumhaft hier. Wären zu Hause nicht so viele liebe Menschen, die auf uns warten – wir würden glatt hier bleiben.

Playa de Cuevas de Mar – sitio bonito por dia y noche (14.08.2015)

Laut Reiseführer hat die Küste Asturiens nicht sonderlich viel zu bieten und man sollte sich auf die Landschaft im Landesinneren konzentrieren. So ein Quatsch. Wir haben unser Glück an zwei Stränden versucht und beide waren der Knaller. Ich bin aber auch kein Fan von kilometerlangen Sandstränden sondern bevorzuge kleine Buchten. Insbesondere die Playa de Cuevas de Mar hat es mir total angetan. Mitten im Nichts, man fährt ewig durch die grüne Pampa bis man irgendwann auf einen Naturtunnel stößt, genauergesagt einen Felsen mit Loch. Laut Reiseführer passen dort Wohnmobile mit einer Höhe bis ca. 3m durch. Wir sind „nur“ 2,60m groß. Unsicher ob es klappt, wagen wir es einfach – wir haben bis auf unsere Solarzellen auf dem Dach ja nichts zu verlieren.

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Ich steige aus und versuche Sven durch das Loch zu führen – dazu sei gesagt, ich besitze ein sehr gutes Zahlenverständnis, aber mein räumliches Denkvermögen ist irgendwie nicht vorhanden. Aber – oh Wunder, wir passen durch.

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Was uns „am Ende der Welt“ erwartet ist unglaublich. Als wir gegen 10 Uhr ankommen, macht der Parklplatz den Eindruck gerade erst zu erwachen. Überall schauen wir in verschlafene, verkaterte Gesichter. Wir parken unser Heim und gehen zum Strand. Der „Strand der Meereshöhlen“ ist wunderschön. Der feine Sandstrand ist umringt von gigantischen Felsen, die die Bucht vor der Wucht der Brandung schützen. In diesen Felsen wurden tiefe Höhlen durch das Salzwasser ausgewaschen, sogenannte „Buffones“, durch die bei stürmischem Wetter das Meerwasser schießt. Im Laufe des Tages werden hunderte von Touristen kommen, um sich den Strand sowie die „Buffones“ anzuschauen.

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Auch wenn es den ganzen Tag bewölkt und windig ist, der Strand ist proppenvoll – wir verschlafen den Vormittag im Wohnmobil und verbringen den Nachmittag in der kubanischen (und einzigen) Bar am Strand. Wir essen Burger (Sven), Fisch (Caro) und Pommes (Emilia) und hängen einfach nur ab. Es tut gut mal nichts zu machen. Abends verlassen alle Tagestouristen nach und nach den Parkplatz – zurück bleiben mit uns zwei Wohnmobile und in etwa zehn Bullis. Während wir in der Nacht zu schlafen versuchen – es aber bis auf Emilia kaum schaffen, steigt in der kubanischen Bar eine gigantische Sause. Ich stelle mir die ganze Nacht über zwei Fragen. Wie können die paar zurückgebliebenen Menschen so eine fette Party feiern und wann genau sind wir so alt geworden, dass wir im Bett liegen anstelle mitzumischen? Am nächsten Morgen, nachdem wir gefrühstückt haben und gegen 9 Uhr wieder abfahren schlafen hier noch alle. Ich schwöre mir noch einmal wieder zu kommen. Als junge Mittzwanzigerin und Surferin – oder so 😉

Mirador del Fitu und Playa España – Meine Vorstellung vom perfekten Tag (15.08.15)

Wir haben gestern beim Abhängen in der Strandbar eine nette Familie aus Berlin kennengelernt, von der wir einen Wandertipp erhalten haben. Somit fahren wir, nachdem wir wieder mit Biegen und Brechen (ja, es hat bei diesem Mal leicht gehakt; ein paar Kratzer mehr am WoMo…) durchs Loch auf die andere Seite der Welt geschafft haben, zum Mirador del Fitu. Innerhalb von ein paar Kilometern geht es von 0 m hinauf auf 600 m – eine Herausforderung für unseren Fiat Ducato, die er aber dank asphaltierter Straßen dieses Mal mit Bravour meistert. Von hier aus führt ein 6 km langer Wanderweg bis auf 1600 m. Sven schnallt sich Emilia auf den Rücken, ich einen Rucksack – und auf geht’s. Die Berliner haben nicht zu viel versprochen. Die Wanderung ist total schön, wir genießen die Aussicht, treffen auf ein paar wilde Pferde und Kühe und sind überwältigt von der schönen Natur.

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Anschließend fahren wir weiter zur Playa España. An der Stelle, wo der Rio España auf den Atlanitk trifft, hat sich ein toller goldgelber Sandstrand gebildet.

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Der am Strand nur knöchelhohe und ganz langsam fließende Fluss wäre zum Baden ideal für Emilia – wäre er nicht so kalt. Sie bevorzugt es stundenlang genügsam in der Strandmuschel zu spielen, während wir uns in die Sonne knallen und etwas Bräune tanken.

Unser Wohnmobil haben wir heute auf dem nur 200m vom Strand entfernten Campingplatz geparkt – ein ganz toller kleiner Campingplatz auf dem fast ausschließlich spanische Familien Urlaub machen.

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Absolute Weiterempfehlung für den Campingplatz, den Strand sowie die Strandbar.

Gijon – die Nacht auf dem Supermarktparkplatz (16.08.15)

Die Industriestadt Gijon wollten wir uns eigentlich nicht anschauen. Da uns die Elektrik unseres fahrbaren Ferienhauses aber Sorgen macht (nun streikt auch noch das hintere Licht und auf den linken Blinker ist auch nicht immer Verlass), möchten wir sie von einem Fachmann überprüfen lassen und haben uns durch den ADAC in einer Werkstatt in Gijon einen Termin geben lassen. Um die Zeit in Gijon so niedrig wie nötig zu halten und weil ich noch so schlau war morgens die Wäsche zu waschen, erreichen wir Gijon erst am frühen Abend.

Aber bevor wir überhaupt aufbrechen können, müssen wir erst einmal den Campingplatz verlassen. Während Sven los fährt, verstaue ich noch die letzten Sachen. Plötzlich bemerke ich, dass wir umzingelt sind von wild gestikulierenden Spaniern. Auf jeder Seite, vorne, hinten, überall stehen sie und schreien wild um sich während sie in alle Richtungen winken. Sven ist nass geschwitzt und nicht ansprechbar. Mit der Zeit bekomme ich mit, dass wir auf der kleinen Brücke, die über den oben erwähnte Fluss führt, feststecken. Dank der tatkräftigen Unterstützung kommen wir (mit weiterer Macke am Wohnmobil) über die Brücke und können die Reise fortsetzen.

In Gijon angekommen, kommt es, wie es kommen muss: der von mir rausgesuchte Wohnmobilstellplatz ist voll. Und nicht nur der Stellplatz, auch die ganze Stadt, denn hier ist Automesse, Kirmes, Zirkus und Strandtag zugleich. Kurzerhand beschließen wir zur Werkstatt zu fahren und zu schauen ob wir dort irgendwo nächtigen können. Die Werkstatt befindet sich allerdings in einem Industriegebiet, welches in einem absolut verkommenen Zustand ist. Was wir finden, ist ein riesiger, am Sonntagabend aber der komplett leere Parkplatz eines großen Supermarktes  – ausgenommen von ein paar Teenagermädchen die von ihren Vätern ihre erste Fahrstunde erhalten. Sehr amüsant. Wir beschließen hier zu bleiben – auch wenn unsere Vorstellung vom „Wildcampen“ eine andere war… Wir verbringen den Abend bei einem ausgiebigen Rummikub Turnier, das Sven leider gewonnen hat (sonst hätte er schlechte Laune 😉 ) und können am nächsten Morgen direkt den Supermarkt für unser Frühstück stürmen.

Der Termin in der Werkstatt verläuft gut, mit unserer Elektrik ist nach 45 Minuten alles wieder ok und so lassen wir Gijon hinter uns und fahren weiter Richtung Galizien. Aber bevor wir Asturien verlassen, haben wir noch etwas zu erledigen!

Cullidero – Fischerdörfchen und Sidra (17.08.15)

In Asturien sehen wir sehr viele Apfelbäume. Heute gehen wir noch der Frage nach, was die Asturier mit den ganzen Äpfeln machen. Wir fahren in das durchaus hübsche Fischerdörfchen Cullidero und suchen eine sogenannte Sideria. Die ist schnell gefunden, denn Siderien gibt es in Asturien an jeder Ecke.

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Kurz darauf bringt uns der Kellner zwei Gläser und einen merkwürdigen Apparat, in dem kopfüber eine Flasche des asturischen Nationalgetränks befestigt ist. Der Kellner zeigt uns, wie man einschenkt: Sidra muss nämlich am Glasrand hart aufprallen um zu schäumen.

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Es riecht auf jeden Fall nach Apfel. Schmecken tut uns das vergorene Apfelirgendwas mit 6% Alkohol aber leider nicht wirklich. Wir sind um 2,50€ ärmer und eine Erfahrung reicher: Äpfel machen sich nach wie vor am Besten im Apfelkuchen. Oder im Bircher Müsli. Und getrunken wird weiterhin Wein!

Wir schlendern noch ein wenig durch das Dorf, welches aber auch sehr überlaufen ist und machen uns deswegen recht schnell wieder auf den Weg.

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Mit diesem Traumblick am Cabo Busto verabschieden wir uns.

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Adios schönes Asturien – Galizien wartet.

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