Feuer im Fahrerraum und Eindrücke aus Kantabrien

Hallo Welt! Wir sind mittlerweile an der Playa España kurz vor Gijon angekommen. Unsere Wäsche trocknet noch in der gerade erst durch die Wolkendecke durchbrechenden Sonne so dass wir nicht weiter fahren können und gezwungen sind, hier an dem wunderschönen Strand in der Strandbar abzuhängen. Die Zeit nutze ich doch gleich um euch von Kantabrien zu erzählen. Und von Feuer im Wohnmobil!

Wir verlassen also nach drei wunderbaren Tagen am frühen Abend Bilbao. Sven möchte noch kurz bei der Ausfahrt das Abwasser ablassen. Normalerweise nutze ich solche Gelegenheiten immer um mit Emilia draußen zu spielen. Da wir aber dieses Mal abends reisen und sie frisch gebadet und im Schlafanzug ist, bleiben wir drinnen. Sven ist draußen beschäftigt und Emilia und ich blättern in einem Buch, als ich plötzlich aufsehe und in der Fahrerkabine Feuer sehe. Eine 15cm hohe Flamme zwischen Fahrer- und Beifahrersitz. Panisch rufe ich nach Sven, der das Feuer dann sofort wie ferngesteuert austritt. Aufgrund eines Wackelkontakts scheint es zu einem Kabelbrand gekommen zu sein. Wir sind geschockt. Tagelang werden wir noch über das Geschehen sprechen. Uns darüber Gedanken machen, was alles hätte passieren können. Wir können nur dankbar sein dass wir so viel Glück im Unglück hatten. Kaum auszudenken, was wäre, wenn es während der Fahrt, während wir schlafen oder während wir nicht „zu Hause“ sind passiert wäre.

Letztendlich setzen wir unsere Reise fort. Zum Übernachten haben wir uns für heute einen Stellplatz am Nationalpark Cabarceno bei Santander ausgesucht.

Cabarceno – perfekte Einstimmung auf die wunderschöne Landschaft Kantabriens (10.08.15)

Schon die Fahrt entlang der Küste ist atemberaubend. Schauen wir aus dem rechten Fenster sehen wir den Atlantik, aus dem linken Fenster Berge. Und die ganze Landschaft ist saftig grün. Wir erreichen den mitten in der Natur gelegenen Stellplatz wo wir den Abend bei ein paar Snacks am See ausklingen lassen. Am nächsten Morgen machen wir einen Spaziergang bei dem wir sogar Büffel und in weiter Ferne auch Antilopen sehen.

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Beim anschließenden ausgiebigen Besuch auf dem Spielplatz entscheiden wir uns nach Santillana zu fahren. Das Dorf soll sehenswert sein und hat einen Campingplatz – und wir haufenweise Schmutzwäsche die dringend gewaschen werden muss.

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Santallina und der erste Campingplatz (11.08.15)

Auf dem Campingplatz angekommen kümmere ich mich um den Haushalt. Ich schmeiße die Waschmaschine an und putze das ganze Haus – was in Summe keine Stunde dauert – es hat auch Vorteile auf 10qm zu leben!

Wir erfrischen uns im Swimmingpool und unternehmen einen Ausflug in die Innenstadt Santallinas. Ein ganz schöner, aber für seine „Größe“ viel zu überfüllter Ort.

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Ich scheitere daran, die Kirche, Hauptattraktion des Ortes, ohne Touris zu fotografieren.

Sven und Emilia gehen früh ins Bett und ich nutze den freien Abend für den Blog. Im Café mache ich es mir gemütlich und stelle den Beitrag über das Baskenland online. Dabei bin ich umzingelt von spanischen Fußballfans, die aus Leibeskräften den FC Barcelona anfeuern. Irgendwann steht meine absolut muntere Familie vor mir – die Beiden können wohl ohne mich nicht einschlafen 😉

Ich mag die Atmosphäre auf dem Campingplatz, das Publikum ist sehr international und im Gegensatz zu vielen einsamen Stellplätzen tut es gut mal Leute zu beobachten.

Baden am Embalse del Ebro – und ein „misslungener“ Abstecher in die Berge (12.08.15)

Am nächsten Tag machen wir einen Abstecher ins Landesinnere. Wir fahren zum See Embalse del Ebro, welcher uns als Ausgangspunkt für die Besichtigung der Gebirgskette Picos de Europa dienen soll. Der Stellplatz am See ist traumhaft und einsam, über den ganzen Tag verteilt verirren sich hierhin vielleicht 10 Besucher. Die Nacht verbringt außer uns nur noch eine Familie aus Frankreich hier.

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Wir sind glücklich. Es geht uns richtig gut. Die Landschaft ist wunderschön, das angenehme, nicht zu heiße Klima sagt uns zu und Emilia geht es besser denn je. Sie jauchzt vor Freude, ganz egal was wir unternehmen. Auch mit unserem Camper haben wir die absolut richtige Entscheidung getroffen. Mit unserem großen Bett im Heckbereich und der Dusche an Bord sind wir absolut zufrieden. Wir bestaunen immer wieder Familien, die zu Viert in einem VW Bulli reisen. Wie machen die das? Respekt. – Dass wir mit unserem Schiff schon am nächsten Tag an seine Grenzen stoßen werden, ahnen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Am nächsten Tag steuern wir den Parkplatz in Alto Campoo an, von dem aus man eine dreißigminütige Wanderung zum Gipfel des Pico de Tres Mares unternehmen kann. Das ist eine Wanderung, die wir uns mit Emilia zutrauen und die Aussicht soll fantastisch sein. Voller Vorfreude machen wir uns auf den Weg. Bis Reinosa kommen wir, von da aus führt uns das Navi einen Schotterweg hinauf in die Berge. 13km trennen uns vom Ziel. Der Weg ist so schlecht, dass wir keine 10km/h fahren können. Bei den richtig steilen Steigungen halten wir die Luft an, ob unser Dieselmotor die Herausforderung schafft. Mühselig kommen wir voran und haben nach einer halben Stunde 3km geschafft.

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Aber wir haben noch 10km vor uns! An einer Wendemöglichkeit bleiben wir stehen. Bleibt der Weg so? Wird er besser? Oder schlechter? Haben wir nochmal die Möglichkeit weiter oben zu wenden? Wir entscheiden, unser Vorhaben abzubrechen. Wir machen ein nettes Picknick und genießen die Aussicht. Den Bauch voll schlagen anstelle von ein wenig Bewegung; das ist doch ein wunderbares Alternativprogramm…

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Comillas – Wohnen in 1A Strandlage (13.08.15)

Nach dem Picknick fahren wir wieder zurück zur Küste. Der nächste Ort auf den wir stoßen ist Comillas. Eigentlich war es gar nicht geplant, dass wir uns die Stadt angucken, aber was macht man sonst mit so einem angebrochenen Tag? Das Wetter sieht nicht nach Strand aus, zwischenzeitlich regnet es sogar kurz, also planen wir einen Spaziergang durch die Stadt. Und das stellt sich als hervorragende Idee heraus, denn die Stadt ist toll. Hier ein paar Eindrücke.

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Gegen 18 Uhr haben wir Hunger. Aber leider haben in den meisten Restaurants die Küchen von 16 bis 18 Uhr geschlossen. So ganz sind wir mit der spanischen Lebensweise noch nicht vertraut. Also zurück zum Wohnmobil, das heute übrigens so schön wie noch nie steht.

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Wir braten uns Tortilla und Emilia beschäftigt sich eine Stunde damit aus dem Fenster zu schauen und alle vorbeikommenden Spaziergänger anzulachen. Irgendwann schläft sie erschöpft ein und wir setzen uns in die Fahrerkabine und genießen die Aussicht bei einem Gläßchen Wein. Während es draußen stürmt sitzen wir geschützt und haben den besten Blick aufs Meer.

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