Ich packe meinen Camper und nehme mit

Wir brauchen nicht viel auf Reisen. Eine Angel sowie eine Schnorchelausrüstung für Sven, ein gut sitzender Bikini, ein informativer Reiseführer, zwei Romane sowie eine reichlich gedeckte Kreditkarte für mich. Noch zwei bequeme Campingstühle und wir sind wunschlos glücklich. Wäre da nicht ein kleiner Mensch, der zum ersten Mal mit uns reist. So genügsam Emilia auch ist, um uns den Alltag mit ihr zu erleichtern, brauche ich Stauraum. Viel Stauraum. Hier eine Liste der Dinge, die wir einpacken :

Baby on Tour:

Unterwegs sind wir eigentlich immer mit dem Kinderwagen. Ich liebe unseren Joolz. Er ist nicht nur der stylischste Kinderwagen den ich kenne, er erleichtert mir den Alltag auch ungemein. Er ist wendig, leicht, und Emilia liebt ihn sowohl als Buggy, als auch zum Schlafen. Keine Frage, der Joolz muss mit.

Außerdem nehmen wir unsere Tragehilfe mit. Uns wurde noch vor Emilias Geburt das Ergobaby empfohlen und das liegt seit Monaten im Schrank. Leider haben wir bis jetzt keine guten Erfahrungen damit gemacht, Emilia ist kein Tragebaby (oder ich keine Tragemama?) und quengelt sobald sie in die Tragehillfe kommt. Leider, denn für Wanderungen wäre so eine Tragehilfe sehr praktisch. Naja, wir packen sie ein und werden es im Urlaub erneut testen – da sind nicht nur die Eltern entspannter, sondern bestimmt auch das Baby.

Ursprünglich wollten wir auch noch unsere Fahrräder inklusive Croozer mitnehmen. Aber jetzt haben wir uns doch dagegen entschieden. Aus heutiger Sicht glauben wir nicht, dass wir die Räder so häufig nutzen werden, dass es sich lohnt, sie mitzuschleppen. Wir hoffen, wir bereuen die Entscheidung nicht.

Schlaf, Kindlein Schlaf:

Emilia ist eine unkomplizierte Schläferin. Seit sie 7 Wochen alt ist, schläft sie durch, seit sie 12 Wochen alt ist, schläft sie allein in ihrem Zimmer. Sind wir abends unterwegs, schläft sie im Kinderwagen. Deswegen mache ich mir keine großen Sorgen um ihren Schlaf. Wir haben ihr im Camper im Alkoven ein Babybett gebaut, in dem sie schlafen wird. Auch wenn ich etwas Sorge aufgrund der Höhe habe, es ist für uns die beste Lösung. Ich selber könnte da oben nicht schlafen, es wäre mir zu eng. Und da wir uns noch frei im Camper bewegen können möchten, wenn Emilia schläft, bleibt nur der Alkoven. Oder der Kinderwagen, falls wir gerade Tapas essen sind 🙂

Raubtierfütterung:

Es kommt für mich nicht in Frage Emilia zwei Monate auf dem Schoß zu füttern. Das ist total nervig und unbequem. Für alle Beteiligten. Außerdem beginnt sie gerade bei uns mitzuessen und da ist es mir sehr wichtig, dass sie auch unterwegs ihren eigenen Platz am Familientisch hat. Somit war klar, dass wir einen Hochstuhl mitnehmen wollen. Wir haben uns für den Ikea Antilop entschieden, weil man die Beine rausziehen kann und er so unterwegs nicht viel Platz weg nimmt.

Und was soll das Baby essen? Zu Hause koche ich frisch für Emilia. Da ich aber nicht weiß, ob ich dazu unterwegs Lust habe, habe ich in den letzten Wochen vorsorglich ein paar Glässchen getestet. Die hat sie anstandslos gegessen. Somit weiß ich, dass ich zur Not auf Glässchen umsteigen kann. Und da es in Spanien und Portugal bekanntlich auch Babys gibt, die groß und stark werden wollen, werde ich bis auf einen kleinen Notvorrat keine Glässchen mitschleppen. Lediglich das Milchpulver werde ich für die gesamte Zeit aus Deutschland mitnehmen. Hier weiß ich was ihr schmeckt und bekommt und möchte kein Risiko eingehen.

Geh mir aus der Sonne, Kind:

Babys Haut muss vor der Sonne geschützt werden. Klar, eigentlich sollte sie am Besten gar nicht in die Sonne, aber das ist in der Praxis nicht realisierbar. Natürlich haben wir reichlich Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 dabei. Und diverse Sonnenhüte. Desweiteren versuchen wir, überall für Schatten zu sorgen. Der Camper ist mit einer Markise ausgestattet, außerdem nehmen wir eine Strandmuschel und einen Sonnenschirm mit. Wie viel das nützt weiß ich allerdings nicht. Die von mir im Wohnzimmer jeden Tag liebevoll ausgebreitete und mit Spielzeug bestückte Krabbeldecke wird jedenfalls ignoriert. Ob Emilia am Strand in der schattenspendenden Muschel spielen wird? Ich werde berichten.

Ein sauberes Baby

Für Babys Bad nehmen wir eine Babywanne mit. Darin kann Emilia dann ausgiebig baden und planschen.

Desweiteren habe ich.ca. 300 Windeln eingepackt. Damit müssten wir die 60 Tage fast hin kommen. Dies liegt aber nicht daran, dass ich befürchte, portugiesische Windeln seien schlechter, sondern schlicht und ergreifend daran, dass unser Rossmann vor kurzem geschlossen hat und auf alle Artikel 20% Rabatt gegeben hat. Aus diesem Grund haben wir noch große Windelvorräte, die ich mitnehme.

Alle anschnallen bitte, die Fahrt geht weiter:

Zu guter letzt möchte ich noch den einzigen Punkt der mir wirklich Kopfzerbrechen bereitet hat, ansprechen. Wo soll Emilia sitzen während das Wohnmobil fährt? Leider wusste ich beim Kauf des Campers nicht, dass unsere Babyschale (Maxi Cosi Pebble) einen Dreipunktgurt voraussetzt. Unser Camper hat 6 Sitzplätze, aber es sind nur die beiden Vordersitze mit einem Dreipunktgurt ausgestattet.

Die erste Überlegung war, dass Sven fährt, Emilia neben ihm sitzt und ich hinten. Könnten wir uns sicher sein, dass sie während der Fahrt immer schläft, wäre die Lösung ok. Aber ein fast 7m langes Gefährt durch die Serpentinen der Pyrenäen zu manövrieren, während das Baby neben ihm schreit, wollte ich meinem Mann dann doch nicht zumuten. Also musste ein neuer Kindersitz her. Nach einer kurzen Beratung bei Babyone erfuhren wir, dass es aktuell nur noch einen Kindersitz gibt, der mit einem Zweipunktgurt befestigt werden kann: Der Britax Römer Eclipse. Emilia hat kurz probegesessen, dabei gelacht, also war der Sitz gekauft.

Und sonst so…

Desweiteren habe ich für Emilia noch eine Spielzeugkiste gepackt. Und ihr Lauflernwagen kommt auch mit, damit kann sie dann die Campingplätze und den Strand unsicher machen. An Klamotten habe ich nur Sachen in ihrer aktuellen Größe (74) dabei. Sollte sie unterwegs einen Schub machen und aus den Sachen rauswachsen, kaufen wir ihr unterwegs eben neue Sachen.

Auch eine gut bestückte Reiseapotheke darf für mich nicht fehlen. Emilia war zwar noch nie krank – aber sollte unterwegs etwas sein, fühle ich mich sicherer, wenn ich ihr die von meiner Kinderärztin bzw. der Heilpraktikerin meines Vertrauens empfohlenen Medikamente gebe.

So ein kleiner Minimensch hat so viel Gepäck. Ob sich das alles als so nützlich herausstellt oder als unnötiger Balast – wir werden sehen. Aber ich habe mir viele Gedanken gemacht, wie wir die Reise für Emilia und für uns so angenehm wie möglich gestalten können und was wir dafür benötigen. Somit bin ich voller Zuversicht das richtige Gepäck ausgewählt zu haben.

Wir haben gestern das von mir ausgewählte Gepäck im Wohnmobil verstaut. Es hat alles gut reingepasst und das anschließende Wiegen fiel auch positiv aus: 3080kg inklusive vollem Tank ohne Fahrgäste. Ihr glaubt gar nicht wie erleichtert ich war.

Jetzt ist Sven noch auf Stippvisite im Büro, Emilia zur Verabschiedung bei Oma und ich mache die letzten Besorgungen bevor es dann heute Abend gegen 18 Uhr passend zu Emilias Schlafenszeit endlich losgeht. Juhuuuuuuuuuuuu……

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